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Karenzplanung für Betriebe und Eltern

Von Petra Medek

Wirtschaft

+++Projekt in Wien zu Karenz und Karriere. | Kampagnen zu Väterkarenz in Betrieben.


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Wien . Wenn Mitarbeiter in Karenz gehen, kann es sein, dass der Chef zunächst schwarz sieht. Denn der überwiegende Teil der österreichischen Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe, für sie reißt der Ausfall eines Mitarbeiters eine Lücke in den Arbeitsablauf.

Auf der anderen Seite stehen die frisch gebackenen Elternteile, für die der Wiedereinstieg ins Berufsleben immer eine Herausforderung ist.

Die Väterkarenz

Hier setzt das Equal-Projekt "Karenz und Karriere - Unternehmen aktive Karenz für Männer und Frauen" an. Es beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit von Versorgungsarbeit und Erwerbsarbeit in Wien und versucht, innovative Modelle zu erarbeiten.

In einem von insgesamt vier Modulen geht dieses Projekt der Frage nach, wie Betriebe eine elternfreundliche Personalpolitik verankern können. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das "Reizthema Väterkarenz" gelegt, erklärt Michael Schmutz vom Beratungsunternehmen Dr. Kusmitsch und Partner, das dieses Modul durchführt. "Bei vielen Persoanlverantwortlichen fällt beim Wort Karenz gleich der Vorhang. Karenz wird gleichgesetzt mit Mütterkarenz sowie Vollzeitkarenz", so Schmutz. Hier gilt es, noch Bewusstseinsarbeit zu leisten.

Das Beratungsunternehmen wird in fünf Unternehmen Analysen und Befragungen durchführen und im Anschluss daran maßgeschneiderte Info-Kampagnen zum Thema Karenzmodelle durchführen. Danach wird erneut die Einstellung der Mitarbeiter und der Personalverantwortlichen erhoben.

Modul Karenz im Stadtteil

Zwei weitere Module des Projektes "Karenz und Karriere", das seit Sommer vergangenen Jahres bis zum Sommer 2007 läuft, richten sich einerseits an Berater und Multiplikator (wie Betriebsräte oder Frauenberatungsstellen) sowie an Eltern von Kleinkindern, Unternehmen, Stadtteileinrichtungen in drei Wiener Stadtteilen. Hier soll erörtert werden, welche lokalen Veränderungen notwendig wären, um Beruf und Kinderbetreuung besser unter einen Hut zu bringen.

Dazu finden im zweiten, vierten und 12. Wiener Gemeindebezirk demnächst Informationsveranstaltungen statt (Daten dazu im Internet unter der angeführten Adresse).

Das vierte Modul soll Informationen und internationale best practice-Beispiele bündeln, teilt das abz.austria mit, das die inhaltliche Koordination des Projektes über hat. Insgesamt sind 14 Oragnisationen in diese Eual-Entwicklungspartnerschaft eingebunden, von den Kinderfreunden über Beratungsunternehmen bis zur Männerbartung Graz.

Ähnliche Projekte, mit denen ein regelmäßiger Austausch stattfindet, laufen derzeit in der Tschechischen Republik, in Spanien und in Dänemark, erklärt Roberta Rastl vom abz.wien.