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Karl heißt die Kanaille

Von Christina Böck

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Opel Wahnfried würde eigentlich auch ganz gut klingen. Es besteht aber auch kein Zweifel, woher ein Auto kommt, wenn es Karl heißt. Deutscher geht es schon fast gar nicht. Wobei, das stimmt nicht. Beim Opel Kai-Uwe oder beim Opel Dirk wäre es vielleicht noch ein bisschen klarer. Oder, für Feinschmecker: Opel Bulett statt Opel Kadett. Aber nein, der deutsche Autokonzern hat sich nun einmal entschieden, sein neues Modell Karl zu nennen. Nun muss man - nicht nur - lifestyleverseuchten Menschen erst einmal auf die Sprünge helfen: Dieser Karl hat ausnahmsweise einmal nichts mit einem anderen berühmten deutschen Karl, nämlich Lagerfeld, zu tun. Dieses Auto ist nach Carl von Opel benannt, dem Sohn des Firmengründers Adam (nach dem auch schon ein Auto benannt wurde). Dann hat man sich offenbar noch beim ersten Buchstaben verschrieben und fertig war der Karl. Das ist eine durchaus gewagte Wahl, denn sehr international ist so ein Karl ja nicht. Andererseits erlebt die deutsche Sprache gerade in angesagten US-Kreisen eine Renaissance, da ist alles hip, was ein ä, ö oder gar ü hat. Eventuell könnte sich bessere Chancen als ein Karl ein Opel Umlaut ausrechnen.

Hierzulande könnte sich das Auto freilich zum Verkaufsschlager entwickeln. Schließlich kann man sich bei so einem Herrn Karl sicher sein, dass er immer unpolitisch ist. Vielleicht kann man den Opel Karl auch in das Spiel vom Steinscheißer Karl integrieren. Aber bei all dem sollte man nie vergessen, beim Mundl hatte der Karl immer einen Zweitnamen: "der Karli, der Trottel".