Zum Hauptinhalt springen

Karl stoppt Ausbau der Fachhochschulen

Von WZ Online

Politik

Der Ausbau des Fachhochschulsektors wird aus Budgetgründen vorerst gestoppt. "Die bislang in den FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplänen vorgesehene Expansion kann auf Grund der notwendigen Budgetkonsolidierung des Bundes leider nicht fortgesetzt werden", schreibt Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung.


Nur falls zusätzliche finanzielle Mittel aufgestellt werden können, sind rund 100 zusätzliche Studienplätze ab 2011/12 vorgesehen, heißt es weiter. Zuletzt waren Zusatzmittel für die Fachhochschulen (FH) im Zusammenhang mit von der ÖVP vorgeschlagenen möglichen Öko-Steuern im Gespräch, die jedoch von der SPÖ abgelehnt wurden.

Der derzeit geltende FH-Entwicklungsplan läuft 2010 aus. Darin war eine Expansion um jährlich 300 Anfänger-Studienplätze vorgesehen.

Der neue FH-Plan soll noch im Sommer ausgesendet werden. Darin soll der Schwerpunkt auf die "qualitative" Weiterentwicklung des FH-Sektors gelegt werden, so Karl. "Die notwendige Budgetkonsolidierung des Bundes sowie die derzeit wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen machen vorerst ein quantitatives Wachstum des Fachhochschulsektors im bisherigen Ausmaß leider nicht möglich." Neue Schwerpunkte im künftigen FH-Plan sind dementsprechend "Konsolidierungsmaßnahmen wie Konzentration auf bestehende Einrichtungen sowie Fördermaßnahmen für Studierende mit Migrationshintergrund oder Behinderung". Weitere Ziele sind u.a. die Steigerung des Frauenanteils in den technischen Bereichen, die Förderung berufsbegleitender Angebote sowie der Durchlässigkeit des Bildungssystems.

Nach Angaben des Generalsekretärs der FH-Konferenz, Kurt Koleznik, hat sich der Stopp der Expansion in den Verhandlungen "bereits abgezeichnet". Dabei gebe es zwei widerstrebende Entwicklungen: Einerseits habe im Hochschul-Dialog Konsens geherrscht, dass der FH-Sektor nicht zuletzt als Entlastung für die Unis ausgebaut werden solle. Andererseits gebe es die budgetären Mittel dafür nicht, so Koleznik. "Wir haben jetzt ein Problem: Es gibt die Einsicht, den Sektor auszubauen, weil er ja funktioniert - und auf der anderen Seite fehlen die Mittel dafür." Der Bund müsse nun Akzente setzten und sagen, was wichtig und notwendig sei.

Derzeit gibt es an den Fachhochschulen rund 36.000 Studienplätze in mehr als 300 Studiengängen, 14.000 davon sind Anfängerstudienplätze. Der Bund bezahlt pro Studienplatz 7.940 Euro bei technischen bzw. 6.510 Euro bei wirtschaftlichen Studiengängen.