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Kärntner Hypo räumt bei ihren Beteiligungen auf

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Bank veräußert Versicherungsanteil. | Möglichkeit zum Ausstieg bei Brauerei in Slowenien.


Wien/Klagenfurt. Auf den ersten Blick wirkt die Maßnahme befremdlich: Hypo-Alpe-Adria-Chef Gottwald Kranebitter hat kürzlich angekündigt, verstärkten Fokus auf den - im Unterschied zum Kreditgeschäft risikolosen - Verkauf von Finanzprodukten, wie etwa Versicherungen, legen zu wollen. Kaum gesagt, veräußert die Bank nun ihre Beteiligung an einer Versicherungsgesellschaft.

In der Bank sieht man den - am Donnerstag bekanntgegebenen - Verkauf des 20-Prozent-Anteils an der Hypo Versicherung AG an die Grazer Wechselseitige (Grawe) jedoch losgelöst von der Frage des Provisionsgeschäfts. Mit 20 Prozent hatte sie operativ ohnehin wenig Einfluss, Mehrheitsaktionär war bisher schon die Grawe. (Die restlichen 17,14 Prozent der Anteile entfallen auf die Landes-Hypothekenbank Steiermark.) Für die Kärntner Hypo steht jedoch die Bereinigung ihres Beteiligungsportfolios im Vordergrund - selbst wenn (wie im konkreten Fall zu hören ist) nur kleine Beträge bei der Veräußerung herausschauen.

Probleme mit Biogas

Was den Verkauf von Versicherungspolizzen an ihre Kunden anbelangt, will die Hypo sowohl bei Sach- als auch Lebensversicherungen einen Zahn zulegen. Eine Miteigentümerschaft an einem Versicherer wird dabei nicht für nötig erachtet.

Die Hypo unterhält ohnehin eine Partnerschaft mit ihrem früheren Großaktionär Grawe. Diese soll - trotz aller Unbill bei der Aufarbeitung der Bank-Vergangenheit - bestehen bleiben. Darüber hinaus will die Hypo ihr Angebot jedoch ausbauen - unter Umständen auch mit anderen Versicherungsmarken.

Ein Schritt zur Bereinigung des Beteiligungsportfolios könnte auch bezüglich Slowenien anstehen. Die Hypo hält sieben Prozent am Braukonzern Pivovarna Lasko, die ihr als Besicherung eines faulen Kredits zugefallen sind. Laut Austria Presseagentur hat nun eine Investmentfirma ein Übernahmeangebot für den Getränkekonzern veröffentlicht. Die Hypo wollte am Donnerstag keinen Kommentar dazu abgeben. Man darf jedoch davon ausgehen, dass das Angebot genau geprüft wird.

Nach dem dieswöchigen Verkauf von acht Biogasanlagen kämpft die Hypo in dieser - von Finanznöten geplagten - Branche weiter an vorderster Front. Im Konkurs der Biogas Amstetten GmbH ist die Bank mit Forderungen von 2.425.000 Euro Hauptgläubigerin (insgesamt wurden 2.505.000 Euro anerkannt). Derzeit läuft ein Verkaufsprozess, wobei es laut Brigitte Dostal vom Kreditschutzverband 1870 mehrere Interessenten gibt - auch aus dem Ausland und mit Erfahrung im Biogas-Geschäft. Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass der Verkauf auch nur annähernd das Forderungsvolumen einbringen werde.