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Kärntner Hypo: Tiefe Einschnitte bei Jobs und Tochterbanken

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

EU fordert massive Restrukturierung. | Sanierungskonzept muss bis Ende März in Brüssel sein. | Wien. Die neuen Vorstände der Kärntner Hypo Group Alpe Adria übernehmen ein schweres Erbe. Nicht nur, dass die Bank wirtschaftlich am Boden liegt: Wegen der mehrfach erhaltenen Staatshilfen drängt auch die EU auf eine tiefgreifende Restrukturierung.


Die Brüsseler Wettbewerbshüter verlangen sogar, die geordnete Abwicklung der Bank zu prüfen, da an der Lebensfähigkeit des Instituts gezweifelt wird. Selbst wenn es nicht so weit kommt, werden der Hypo tiefe Einschnitte nicht erspart bleiben.

Noch unter den Alt-Eigentümern BayernLB, Grazer Wechselseitige und Land Kärnten wurden Verhandlungen über einen Sozialplan für zu kündigende Mitarbeiter gestartet. Erste Anfragen in Bezug auf die Gründung einer Arbeitsstiftung sind bereits im Sommer 2009 bei den zuständigen Stellen eingelangt, wie Leonard Stijntjes vom Verein Kärntner Arbeitsstiftungen bestätigt.

Mehrere Optionen

In Zusammenhang mit den Wirren rund um die Verstaatlichung im Dezember sind die Vorbereitungen für den Mitarbeiterabbau offenbar etwas ins Stocken geraten. Die Sozialplan-Verhandlungen seien jedenfalls noch nicht abgeschlossen, so Stijntjes. Er rechnet damit, dass dies unter dem neuen Vorstand vorangetrieben werden wird. Es werde aber sicher noch zwei bis drei Monate dauern, bis Klarheit über die Einrichtung einer Hypo-Arbeitsstiftung besteht.

Dabei sei eine derartige Stiftung nur eine Option von mehreren, die in der Bank für zu kündigende Mitarbeiter diskutiert wird, erklärt Stijntjes. Dabei handelt es sich normalerweise um eine Zwischenlösung, um Weiterbildungsmaßnahmen und Betreuung sonstiger Art zu organisieren. Die Kosten trägt im Normalfall das Unternehmen. Das Arbeitsmarktservice finanziert lediglich die Verlängerung des Arbeitslosengeld-Bezugs auf maximal drei Jahre.

Insgesamt beschäftigt die Hypo rund 7000 Mitarbeiter, davon etwa 600 in Österreich. Internen Plänen aus der Zeit vor der Verstaatlichung zufolge sollten insgesamt rund 3000 Jobs wegfallen, etwa 200 davon in Österreich. Fest steht, dass die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren an den Geschäften der Hypo gut verdient haben. Über eine Mitarbeiterstiftung hielten die Beschäftigten einen kleinen Anteil der Hypo-Aktien. Im Rahmen des umstrittenen Mehrheitsverkaufs an die BayernLB im Jahr 2007 konnte auch die Stiftung gute Gewinne erzielen.

Letztlich musste jedoch auch die Mitarbeiterstiftung - wie die anderen Alt-Aktionäre - ihre verbliebenen Anteile um einen symbolischen Euro an den Bund abtreten. Der neue Bankchef Gottwald Kranebitter sagte in der "ZiB2", eine Zahl zum Mitarbeiterabbau gebe es nicht, "unser Ziel ist es aber, so viel wie möglich zu erhalten".

Neben den Einschnitten bei den Jobs muss sich die Hypo auf Druck der EU wohl auch von zahlreichen Auslandstöchtern trennen.

Welche davon konkret betroffen sind, steht im Sanierungskonzept, das Österreich bis Ende März nach Brüssel schicken muss.