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Kärntner Hypo will 2,5 Millionen Euro aus Skandal-Sponsoring zurück

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Forderungen an Pleite-Klub Austria Kärnten insgesamt 7 Millionen Euro. | Masseverwalter: "Übrig bleibt der Steuerzahler." | Wien. 2,5 Millionen Euro will die Kärntner Hypo aus ihrem Skandal-Sponsoring für den Pleite gegangenen Fußballklub SK Austria Kärnten zurück. Selbst im besten Fall sieht sie nur einen Bruchteil davon wieder.


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Insgesamt wurden am Montag in der ersten Konkursverhandlung Forderungen über sieben Millionen Euro gegen den Klub angemeldet. Dem steht ein Barvermögen von 350.000 Euro gegenüber. Dass aus der Verwertung von Büromöbeln und Sportutensilien noch nennenswerte Beträge dazukommen, glaubt Masseverwalter Roland Grilc nicht, wie er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt.

Grilc hat fünf der sieben Millionen Euro an Forderungen als unberechtigt bestritten - darunter auch die 2,5 Millionen der Hypo. Zur Erinnerung: Die Bank hat 2007 fünf Millionen Euro an den Fußballklub bezahlt, damit dessen Heimstadion zehn Jahre lang "Hypo Group Arena" heißt. Nach nur drei Jahren war der Verein pleite, das Sponsoring damit hinfällig. Dieses soll allerdings ohnehin unter dubiosen Umständen zustande gekommen sein. Die Justiz ermittelt, Bestechungsvorwürfe rund um den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider stehen im Raum - es gilt die Unschuldsvermutung.

Geringe Konkursquote

Stimmen die Vorwürfe, hält Grilc die Rückforderung der Hypo für nicht schutzwürdig - die "Wiener Zeitung" berichtete. Nun kann die Hypo Grilc klagen, dann würde das Gericht entscheiden. Bleibt es bei den anerkannten Forderungen von zwei Millionen Euro, die auf Dienstnehmer, Krankenkassen und den Fiskus entfallen, beträgt die Konkursquote knapp weniger als 20 Prozent. Würde auch die Forderung der Hypo anerkannt, sinkt die Quote auf unter 10 Prozent - bestenfalls bekommt die Bank also weniger als 250.000 Euro zurück.

Ebenfalls bestritten hat Grilc eine Forderung des FC Kärnten über 1,2 Millionen Euro - ein Ausgleich für Ausbildungskosten, über den seit langem gestritten wird - und eine 200.000-Euro-Forderung von Ex-Trainer Frenkie Schinkels. Auch Darlehensforderungen von Stadt und Land hat Grilc abgelehnt. "Bei diesem Konkurs bleibt der Steuerzahler übrig", so der Masseverwalter. Dienstnehmer könnten sich einen Gutteil vom Insolvenzfonds zurückholen.

Krankenkasse, Fiskus, Stadt, Land und die verstaatlichte Hypo schauen - zumindest Großteils - durch die Finger.