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Kaske soll an die Spitze der AK

Von Brigitte Pechar

Politik

Kammerpräsident Tumpel wird 2014 nicht mehr antreten.


Wien. Am 10. September soll Rudolf Kaske (57) beim Präsidium der Sozialdemokratischen Gewerkschafter als Nachfolger von Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel nominiert werden. Dass der wortgewaltige Tourismusgewerkschafter Kaske dem eher ruhigen Tumpel nachfolgen wird, soll innerhalb des ÖGB schon lange Zeit ausgemachte Sache sein. Schließlich haben die Metaller mit Erich Foglar den höchsten ÖGB-Job erhalten und stellen mit Manfred Felix auch den Obmann in der Pensionsversicherungsanstalt; Wolfgang Katzian von der GPA-djp ist Vorsitzender der FSG, und mit Ingrid Reischl hat die GPA-djp auch die Obmannschaft in der Wiener Gebietskrankenkasse inne.

Dass Tumpel nicht mehr bis zur nächsten Arbeiterkammer-Wahl 2014 im Amt bleiben wird, wird schon lange gemunkelt. "Tumpel entscheidet, wann er geht", heißt es aus Gewerkschaftskreisen zur "Wiener Zeitung". Sollte das längere Zeit vor der AK-Wahl sein, hätte sein Nachfolger mehr Zeit, sich einzuarbeiten. Kaske gilt auch unter politischen Gegnern als Mann mit Handschlagqualität - aber auch als politischer Heißsporn. Zwar ist der Sozialdemokrat ohnedies meist auf Parteilinie - wenn nicht, hält er mit seiner Meinung aber nicht hinter dem Berg. Und Kaske ist bekannt für seine bildhafte Sprache: "Wenn einmal dieses Arbeitslosenheer marschiert, dann brennt die Republik." Mit diesem Sager wurde er einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als er im Jahr 2000 gegen Kürzungen der schwarz-blauen Regierung im Sozialbereich wetterte. Damit habe er sich als Warner verstanden wissen wollen, sagte Kaske.

Elf Jahre führte der gelernte Koch die Tourismusgewerkschaft HGPD, seit Dezember 2006 ist er Vorsitzender der Teilgewerkschaft Vida, in der die HGPD, die Eisenbahnergewerkschaft und die sozialen Dienste und Gesundheitsberufe vereint wurden. Seine berufliche Leidenschaft hat Kaske nicht verloren. Regelmäßig hält er noch Kochkurse für Betriebsräte.

Zu seinen größten Erfolgen zählt Kaske die Einführung der Fünf-Tage-Woche im Tourismus und die Abschaffung der Trinkgeldpauschale für Friseure, Kosmetikerinnen und Kellner.