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Kein Aufschwung in Sicht

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die heimische Industrie ist vom Aufschwung noch nicht überzeugt. Nur 26% der 377 befragten Unternehmen rechnen auch in 6 Monaten mit einer guten Geschäftslage.


Österreich halte sich im wankenden konjunkturellen Umfeld wacker. Erhard Fürst, Ökonom der Industriellenvereinigung (IV), betont, dass die heimische Wirtschaftslage zur Zeit noch erfreulich sei. Die Auftragsbücher seien voll und die Salden in fast allen Branchen positiv - außer bei Gießerei und Sägeindustrie. Daher werde die Produktion steigen. Auf die Beschäftigung werde dies jedoch nur geringfügige Auswirkungen haben, so der IV-Ökonom. 15% planen trotz der Produktionssteigerung mehr Mitarbeiter aufzunehmen. Er rechnet daher mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit. Die Beschäftigung werde durch Stellenabbau und Auslagerungen in diesem Jahr um weitere 1 bis 1,5% zurückgehen. Erst nächstes Jahr werde die Arbeitslosigkeit der Industriearbeiter nur mehr geringfügig zunehmen.

Fürst warnt vor einer Zinserhöhung, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) demnächst eingeleitet werden könnte: "Diese kann das zarte Konjunkturpflänzchen sofort zum Verdorren bringen." Weitere Unsicherheitsfaktoren für Exporte sei auch die kritische Lage im nahen und mittleren Osten. Die Geschäftslage ab Herbst "sieht eher trüb aus".

Die meisten Unternehmen rechnen mit steigenden Verkaufspreisen. Sonst ein Signal für eine bessere Erträge, sind sie auf steigende Rohstoff- (Eisen und Papier wird von den Chinesen am Weltmarkt aufgekauft) und Energiepreise zurückzuführen. Die Kosten würden auf die Produkte abgewälzt, ohne dass sich die Einnahmen dadurch verbesserten. Das sei für die wirtschaftliche Erholung eine ernsthafte Gefahr.