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"Kein großes Sparpotenzial bei Gesundheitsausgaben"

Von Brigitte Pechar

Politik
In Wien werden doppelt so viele Computertomographien gemacht wie in der Steiermark. Haben die Steirer zu wenige oder die Wiener zu viele CT? Foto: Nevit Dilmen

Ökonom Peter Rosner sieht die Entscheidungshoheit bei der Politik. | Wien. Die 105,6 Millionen Euro im Plus, die die Krankenkassen am Ende des heurigen Jahres vorweisen können werden, sind im Vergleich zum Budget des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger von 14,3 Milliarden Euro ein vernachlässigbarer Betrag.


Es stellt sich daher die Frage, können die Krankenkassen überhaupt sparen und wenn, dann wo? Peter Rosner, Institutsvorstand des Department of Economics an der Universität Wien, sieht grundsätzlich im Gesundheitsbereich kein Sparpotenzial. "Man muss davon ausgehen, dass die Gesundheit langsam laufend teurer wird", sagt der Ökonom im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Natürlich könnten die Kassen selbst sich ständig bemühen, an der Ausgabenschraube oder auch in der Verwaltung zu drehen. Die Kassen könnten zum Beispiel Leistungen kürzen. So könnten medizinisch umstrittene Untersuchungen nicht mehr übernommen werden.

"Die Entscheidung dazu muss aber von der Politik getroffen werden", sagt Rosner. Ein Beispiel seien die Ausgaben für Geburten, die seit vielen Jahren konstant seien, während die Zahl der Geburten sinke.

Österreich gebe für das Gesundheitssystem nicht mehr aus als die anderen westeuropäischen Staaten. "Ich sehe überhaupt kein Sparpotenzial. Man kann Leistungen kürzen, aber das ist eine politische Entscheidung. Der Krankenkasse kann man das nicht zumuten", sagt Rosner.