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Kein "Körndl-Image" mehr

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Schimmel im Joghurt, Motten im Müsli - die Anfänge der Bio-Handelsmarke "Ja!Natürlich" vor zehn Jahren waren laut Veit Schalle, dem Generalbevollmächtigten von Rewe Austria, nicht ganz einfach.


Mittlerweile hat die Handelskette nicht nur das mit dem Schimmel und den Motten in den Griff bekommen. Das ehemalige Image von "bio" als - Zitat Helene Karmasin - "Protestprodukte für eine bestimmte Ideologie" hat sich geändert: "Ja!Natürlich ist nun ein wichtiger Umsatzfaktor für uns", sagte Schalle gestern vor Journalisten.

Die Produkte machen inzwischen 5% am Rewe Austria-Umsatz aus, heuer sollen es 7% sein. In den kommenden zehn Jahren soll sich der Anteil nach der Vorstellung Schalles verdoppeln. In Österreich kommen Bio--Produkte auf ein Gesamtvolumen von 500 Mio. Euro.

15% der Ja!Natürlich-Lebensmittel stammen aber nicht aus Österreich. Wenn Saisonprodukte nicht erhältlich sind, müssen wir auf Importprodukte zurückgreifen", erklärte Schalle. Diese Produkte würden genauso streng kontrolliert wie jene, die aus Österreich stammen und ebenso einen "gerechten Preis" erhalten. 7.000 der österreichweit 19.000 Biobauern produzieren für Ja!Natürlich.

Den größten Anteil haben Ja!Natürlich-Produkte bei Brot und Gebäck (70 bis 80%), bei Joghurt kommt ihr Anteil auf 20%, bei Milch auf 10% und bei Fleisch auf 2% (Billa) bzw. darunter (Merkur).

Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" berichtet der Kärntner Biobauer Johannes Tomic: "Meine innere Einstellung zur Landwirtschaft, zu den Tieren und zum Boden hat sich geändert." Seine Schweine etwa würden langsamer wachsen und hätten mehr Platz als in der konventionellen Landwirtschaft.