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Kein Rückenwind für Stoiber

Von Rainer Mayerhofer

Politik

München - "Geben Sie unserem Kanzlerkandidaten den Rückenwind durch einen deutlichen Vertrauensbeweis für unsere Kandidatinnen und Kandidaten" appellierte die Stadtparteileitung der CSU im Heimatort von Edmund Stoiber, in Wolfratshausen, per Internet an die Wähler. "Durch ihre Stimme bleibt der Heimatort von Herrn Stoiber in roter Hand" triumphierte hingegen die Wolfratshausener SPD am Montag nach den Wahlen.


Die Rechnung der Wolfratshausener CSU, mit dem ehemaligen grünen Fraktionschef im Landtag, Manfred Fleischer, als Spitzenkandidaten den SPD-Amtsinhaber Reiner Berchtold auszuhebeln, ist gründlich danebengegangen. Berchthold wurde mit 56,53 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Und in den meisten Großstädten ging es der CSU, die die Kommunalwahlen vom Sonntag zu einem Stimmungsbarometer für ihren Kanzlerkandidaten machen wollte, nicht besser.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) konnte sein Ergebnis von 1996 mit einem 3,3-prozentigen Stimmenzuwachs auf 64,5 Prozent verbessern und die Koalition aus SPD und Grünen in der Landeshauptstadt ging gestärkt aus den Wahlen hervor. In Fürth wurde CSU-Amtsinhaber Wilhelm Wenning bereits im ersten Wahlgang von seinem SPD-Herausforderer Thomas Jung klar geschlagen und in Nürnberg und Augsburg gehen die SPD-Kandidaten klar als stärkste in die Stichwahlen. Ulrich Maly verfehlte in Nürnberg mit 49,2 Prozent nur knapp den Sieg gegen Amtsinhaber Ludwig Scholz (45,9 Prozent. In Augsburg liegt der bisherige Füssener SPD-Bürgermeister Paul Wengert mit 46,5 Prozent deutlich vor der CSU-Kandidatin Margarete Rohrhirsch-Schmid.

Die SPD musste lediglich in Passau, wo ihr amtierender Oberbürgermeister Willi Schmöller gegenüber 1996 fast 22 Prozent verlor und mit 44,7 Prozent in die Stichwahl am 17. März muss, eine empfindliche Einbusse hinnehmen.

Kanzlerkandidat Stoiber meinte aber Montag, dass die Stimmenverluste seiner CSU bei den Kommunalwahlen keine bundespolitischen Auswirkungen hätten. Die enttäuschenden CSU-Ergebnisse in München und Nürnberg seien nicht repräsentativ. "Das ist nicht Bayern", meinte der Landeschef.

Sein Generalsekretär Thomas Goppel zeigte sich mit der Gesamtbilanz der CSU zufrieden und wies darauf hin, dass sich die Partei in den kleinen Städten gut behaupten konnte.

SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sprach von einer Niederlage für Stoiber und einem schönen Ergebnis für die SPD, räumte allerdings auch ein, dass man die Resultate im Hinblick auf die Bundestagswahl im September nicht überbewerten dürfe.