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Kein Schutz für Millionen von Fans

Von Christian Mayr

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Am Wochenende rollt in der österreichischen Fußball-Bundesliga wieder das runde Leder - an fünf Schauplätzen zwischen Mattersburg und Altach. Detto bereits am Freitag in der Ersten Liga in ebenfalls fünf Stadien. Nicht zu vergessen die unzähligen Partien im Amateurbereich - von der Regionalliga bis zur 3.Klasse -, wo landauf landab zigtausende Beine über den grünen Rasen hetzen und von ihren Fans angetrieben werden. Am ganzen europäischen Kontinent sind es gar Millionen Aktive und Fans, die zusammenkommen, um gemeinsam der wichtigsten Nebensache der Welt zu frönen - vom großen spanischen Derby zwischen Real und Barcelona im Madrider Bernabéu vor 80.000 Zuschauern bis hin zum Mini-Wiener-Derby in der Stadtliga zwischen der Viktoria und dem FavAC vor vielleicht 200 Fans. Somit ist wohl - eine Woche nach dem islamistischen Terror in Paris und dem Beinahe-Anschlag auf das Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland - alles über die flächendeckende Absicherung von Sportereignissen gesagt. Diese ist nämlich quantitativ gesehen unmöglich und selbst qualitativ höchst fragil, wie die Last-Minute-Absage des Hochsicherheits-Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden am Dienstag in Hannover bewies. Hundertprozentigen Schutz gibt es eben nicht, diese logische Erkenntnis sollte sich mittlerweile ohnedies durchgesetzt haben. Vielleicht werden deshalb am Wochenende viele zu Hause bleiben, statt sich in ihrer Freizeit in eine Menschenansammlung zu begeben, die als weiches Ziel ins Visier von Islamisten genommen werden könnte. Es wird gewiss kein Spieltag wie jeder andere - doch je mehr vergehen, die wie "jeder andere" sind, desto rascher schwindet auch wieder die Angst in den Köpfen der Fußballer und ihrer Fans.