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Keine Afrikaner im Dirndlkleid

Von Judith Schmitzberger

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Löwen und Elefanten, Sonne und Sand - das sind einer Grazer Studie zufolge die ersten Begriffe, die Österreichern zu Afrika einfallen. Armut und Entwicklungshilfe rangieren auf den hinteren Plätzen, bei der Einschätzung von Bevölkerungszahl und Einkommen lagen die Schätzungen bis zu 75 Prozent jenseits der realen Werte. Die Mehrheit hält den Kontinent generell für undemokratisch und stark von Korruption betroffen.


Nun steht die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika vor der Türe und Experten befürchten, dass die intensive mediale Berichterstattung bestehende Klischees vielmehr verstärken als auflösen werde. Denn Rassismus beschränkt sich nicht nur auf die Verwendung von einschlägigen Begriffen. Besonders Stereotype und folkloristische Betrachtungsweisen sind Kennern der Materie ein Dorn im Auge. Der in Kenia geborene Schriftsteller Binyavanga Wainaina hat nun einen humoristischen "Knigge" zur korrekten Berichterstattung verfasst, eine "Gebrauchsanweisung, wie man über Afrika schreiben soll". Die Themen, die er anspricht, reichen von der Abbildung von Menschen in der Tracht der Massai oder Zulu über die Leibspeise Affenhirn bis zu der Tatsache, dass Trommeln gemeinhin als einzige Musikform erwähnt wird.

Die Umkehrprobe lässt das Unbehagen verstehen - mit

jodelnden und kaisertreuen Österreichern im Dirndl.