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Keine Chance gegen WM

Von Christine Zeiner

Wirtschaft
Urlaub am Langbathsee im Salzkammergut und nicht auf Balkonien, wie das derzeit viele Deutsche tun - schließlich ist in deren Heimat gerade Fußball-WM. Foto: bilderbox

Hoteliers rechnen mit Minus in Sommerstatistik. | Wifo-Experte ist optimistischer. | Wien. Deutsche Gäste bleiben aus, und wer ist daran schuld? - die Fußball-Weltmeisterschaft: "Unser Hauptmarkt macht gerade Urlaub auf Balkonien", sagt Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Das wird sich laut Schellhorn auf die Gesamt-Sommer-Statistik auswirken.


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Schon im Mai sank die Zahl der Nächtigungen deutscher Gäste im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 1860. Die Zahl der Ankünfte ging laut Statistik Austria um 23 Prozent auf 536 zurück. Insgesamt verbuchte der heimische Tourismus ein Minus von 10,6 Prozent bei den Nächtigungen. Ein verregneter Monat und Feiertage, die heuer in den Juni fielen, sind die Gründe dafür.

"Man kann weder vom Mai als von einer Katastrophe, noch könnte man vom Juni als von einer Sensation sprechen", beruhigt Egon Smeral, Tourismus-Experte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Im Mai sind die Nächtigungszahlen zwar gesunken, im Juni könnte die Statistik aber wieder besser aussehen: Dafür sorgt etwa Pfingsten. Außerdem würden Feiertage wie Fronleichnam eher für einen Kurzurlaub genutzt, wenn diese in den Juni fallen, sagt Smeral: "Da gibt es auch mehr Sonne".

Für die gesamte Sommersaison prognostiziert Smeral ein Plus bei Ankünften und Ergebnis. Die europaweite Wirtschaftserholung wirke sich positiv auf den Tourismus aus - der "konjunkturelle Effekt ist nicht zu übersehen."

Hoffen auf den Herbst

ÖHV-Chef Schellhorn ist weniger optimistisch. Er geht davon aus, dass sich das Minus vom Mai, das in anderen Jahren im Juni ausgeglichen werden kann, heuer negativ in der Gesamt-Sommer-Statistik auswirken wird.

Im Frühjahr waren die Hoteliers noch hoffnungsvoller. Doch dann kam der "scheußlich verregnete" Mai. Und nun ist laut Schellhorn die WM "merklich spürbar". Er rechnet mit einem knappen Minus in der Gesamtbilanz. "Verbleibt zu hoffen, dass der Herbst schön wird und kurzfristig gebucht wird."