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Keine falschen Hoffnungen

Von Arian Faal

Politik

Nun sind sie also frei, die 15 britischen Soldaten und die Spekulationen über Drahtzieher, Vermittler und etwaige "Gegenleistungen" für den wendigen "Gnadenakt" von Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinejad beginnen. Plötzlich waren alle als Vermittler in der Krise beteiligt: von der Türkei über die EU bis Syrien.


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Zugleich äußerte Berlin als Sprachrohr der EU die Hoffnung, dass Iran die Gelegenheit nutze, um auch Probleme auf "anderen Gebieten" (Atomstreit) anzugehen. Diese willkommene Ablenkung vom Atomkonflikt und der inner-iranischen Wirtschaftskrise wusste Ahmadinejad für sich zu nutzen und daher wäre es eine Illusion zu glauben, dass das nicht ganz uneigennützige "Geschenk an die Briten" ein Schwenk in der Teheraner Atompolitik und in der Iranpolitik Londons bedeutet.

Zur Illustration: Als bei einem am gestrigen Donnerstag verübten Anschlag in der irakischen Hafenstadt Basra vier britische Soldaten starben, übte Blair indirekt harsche Kritik am Regime in Teheran. Er wolle den Vorfall nicht direkt Teheran anlasten, aber es sei gut bekannt, dass "Elemente des iranischen Regimes" Terroristen im Irak unterstützten.

Daher forderte Tony Blair den Westen auf, den Druck auf Teheran trotz des Endes der Krise aufrecht zu halten, um das Land von der Entwicklung nuklearer Waffen sowie von der Unterstützung des Terrorismus abzuhalten.