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Keine große Hexerei

Von Ina Weber

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Der Laden läuft nicht. Die beiden Freundinnen Zsanett und Gabriella sind gebürtige Ungarinnen, die gemeinsam einen Schmuck- und Bastelladen in Maria Enzersdorf betreiben. Beide rothaarig, nennen sie sich die Perlenhexen. Doch die Kundschaft bleibt aus. Sie sind verzweifelt. Da naht der ORF mit Unternehmerin Barbara Reichard zur Hilfe. Sie schlägt die Hände über den Kopf zusammen: So etwas hat sie noch nie gesehen. Ein überfüllter Ramsch-Laden, ohne jedes Gefühl für das, was "in" ist. .


Sie erweckt die Frauen aus ihrem 20-jährigen Schönheits-Schlaf und spaziert mit ihnen durch die Wiener Innenstadt zum Window-Shoppen. Die Mädchen, deren Selbstbewusstsein zunächst vernichtet wurde, werden nun wieder aufgebaut. "Hex Hex - wir machen das schon", motiviert die gute Fee. Nebenbei erfährt der Zuseher noch allerlei Pikantes. Die Mädchen haben erst wieder nach dem Tod Zsanetts Mutter zusammengefunden. Die junge Frau vergießt vor der Kamera etliche Tränen. Die Nerven liegen blank. Es wird gehämmert, umgebaut, dekoriert. Der Tag der großen Wiedereröffnung naht. Auch die Freundschaft der beiden Frauen steht auf dem Spiel. Gekonnt wird die ruhigere Gabi, die "innerlich kocht", wie der Off-Sprecher festhält, gegen die offene Front-Frau ausgespielt. "Da haben wir schöne Fotos gemacht", meint Gabi. "Ich habe die Fotos gemacht. Du hast die Sachen (nur) schön hingestellt", kontert Zsanett

"Der Laden läuft" und mit ihm spielt sich im ORF all das ab, was es bereits im Privatfernsehen zu sehen gab. Jungunternehmer, die ein Geschäft gründen, ohne eine einfache Einnahmen- und Ausgaben-Rechnung machen zu können. Der Retter naht, rettet und fertig. Abkupfern war noch nie eine große Hexerei.