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"Keine klare Grenze zu Rechtsextremismus"

Von Christian Rösner

Politik

Wien. Auch beim grünen Koalitionspartner in Wien zeigt man sich angesichts der jüngsten Koalitionsentwicklungen zwischen SPÖ und FPÖ im Burgenland besorgt, wie Wiens grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou im Interview mit der "Wiener Zeitung" erklärt.

"Wiener Zeitung": Frau Vassilakou, was sagen Sie als Wiener Vizebürgermeisterin und Regierungspartner der SPÖ zu den Entwicklungen im Burgenland?

Maria Vassilakou: Die SPÖ-Funktionäre rütteln an den Grundwerten der Sozialdemokratie und das ist gefährlich nicht nur für das Burgenland, sondern für Österreich als Gesamtes: Bisher gab es eine klare politische Grenze zum Rechtsextremismus. Die gibt es nun nicht mehr. Die ÖVP hat sie unter Wolfgang Schüssel schon überschritten, die SPÖ folgt jetzt nach.

Befürchten Sie jetzt eine ähnliche Entwicklung in Wien - könnte die Wiener SPÖ im Herbst einknicken?

Wien muss und wird hier ein starkes Zeichen setzen. Ich bin hier auch überzeugt, dass Michael Häupl dieser Tabubruch, dieser Bruch mit der eigenen Geschichte nicht in den Sinn kommt. Allerdings: Anderen in der Wiener SPÖ traue ich hier nicht. Wenn die alte Funktionärsclique um ihre Macht fürchtet, kann man nichts ausschließen. Denn: Die SPÖ hat seit längerem ein Haltungsproblem, nun ist es auch offensichtlich.

Von welchen Funktionären sprechen Sie hier konkret?

Ich werde keine Namen nennen, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass es diese Funktionäre gibt.

Was können die Grünen dagegen tun?

Wir werden jenen, die gegen diesen Tabubruch ein klares Zeichen setzen wollen, als Grüne ein klares Angebot machen - für ein weltoffenes, ein soziales, ein grünes Wien. Und ein Wien, in dem es weder Rot-Blau noch Rot-Schwarz geben kann.