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"Keine Masseninvasion"

Von Hans-Paul Nosko

Europaarchiv

Wien - Die tschechische Gewerkschaft will heimische Ängste abbauen: Maximal 5.000 Personen würden nach einem EU-Beitritt Tschechiens in Österreich arbeiten.


"Es wird keine Masseneinwanderung geben." Zdenek Málek, Vizepräsident des tschechischen Gewerkschaftsbundes will Österreich beruhigen: Ein EU-Beitritt seines Landes, der ab 2004 zu erwarten ist, werde für den österreichischen Arbeitsmarkt keine Bedrohung darstellen, erklärte Málek gestern am Rande der Wiener Konferenz "Gemeinsam Erweitern" (ein Treffen österreichischer, slowakischer, slowenischer, tschechischer und ungarischer Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter) gegenüber der "Wiener Zeitung".

Die tschechischen Löhne lägen nach Kaufkraft gemessen derzeit bei etwa 60 Prozent des österreichischen Niveaus. Laut einer tschechischen Studie würden somit, maximal 5.000 Personen nach Österreich arbeiten kommen. "Wir wollen aus den 60 allerdings 75 Prozent machen, womit es nur für Höchstqualifizierte interessant wäre, im Ausland zu arbeiten", rechnete Málek vor.

Vehement sprach sich der tschechische Gewerkschafter gegen eine siebenjährige Übergangsfrist für die freie Arbeitsplatzwahl innerhalb der EU aus. Hier gab es allerdings Widerstand seitens der österreichischen Kollegen: ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch habe - vor allem für die Bauwirtschaft - für eine derartige Übergangsregelung plädiert, sagte Málek.

Verzetnitsch selbst wollte angesichts der heutigen Pressekonferenz wenig verraten. Er freue sich über das erstmalige Zusammentreffen der Sozialpartner der fünf genannten Länder. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sprach von einem "bewussten Aufeinanderzugehen" nach dem positiven Signal der EU für die Kandidatenländer.