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Keine Spur vom Nikolaus

Von Bernhard Baumgartner

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Das Weihnachtsprogramm schickt üblicherweise schon gegen Nikolaus seine üblen Vorboten aus. Diese Filme zeichnen sich dadurch aus, dass das Wort "Santa" sogar in der deutschen Übersetzung vorkommt - und dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass Tim Allen darin fuhrwerkt. Und zwar in alle Teilen. Jedes Jahr. Auf Neue.

Doch diesmal ist man noch gnädig an Nikolaus, das heißt zumindest ein wenig. Während der ORF wieder einmal (so wenig Schnee kann gar nicht sein) seinem Skiwahn verfällt und damit abgeschrieben werden kann (während der eigentlich für Sport zuständige ORF-Sportkanal ein Finale der Fußball-Schülerliga überträgt!), schickt ATV seine bemitleidenswerten Party-Schüler auf die Piste. Auch das ZDF gibt sich vorweihnachtlich-besinnlich und schickt die "Geheimnisse des Dritten Reichs" ins Rennen um den Vorweihnachtsabend.

Sat1 wiederum widmet sich im Hauptabend Fragen wie "Sind alle netten Männer schwul?" Die Fahne des öffentlich-rechtlichen Auftrages hält hingegen wieder einmal ORFIII hoch - mit einer Reportage zur aktuellen Burgtheater-Produktion "Krieg und Frieden". Schwere Kost an Nikolo für die Neigungsgruppe "Anarchismus für Fortgeschrittene", zumal ein Rerun vom Kulturmontag. Allerdings immer noch besser als das leider bis oben hin prall gefüllte Arsenal der Weihnachtsfilme zu zünden. Aufgeschoben ist dabei leider nur aufgehoben, steht zu befürchten.