Zum Hauptinhalt springen

Keine Talk-Experimente!

Von Bernhard Baumgartner

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 11 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

An dieser Stelle haben wir schon öfter den Reformwillen der neuen Programmdirektion unter Intendantin Kathrin Zechner im ORF gelobt. Doch nun erreichen uns eher beunruhigende Nachrichten vom Küniglberg. Denn der nach fast jahrzehntelanger stetiger Kritik mühsam wieder eingeführte "Club 2" ist offenbar von der Absetzung bedroht.

Es soll zwar weiterhin ein Talk-Format geben, das sich abseits der Tagespolitik auch gesellschaftlichen Themen widmet, doch Form und Inhalt stehen offenbar zur Disposition. Das muss nicht prinzipiell schlecht sein, jedoch steht zu befürchten, dass sich jene Kräfte durchsetzen, die aus dem "Club 2" wieder eine reine ORF-Veranstaltung machen wollen. Denn Moderatoren von außen haben bekanntlich einen schweren Stand beim ORF und das wechselnde Prinzip widerspricht ganz offensichtlich dem von Kathrin Zechners favorisierten Star-Prinzip. Sie will einen Moderator mit Wiedererkennungseffekt. Einen Star für den ORF.

Doch sagen wir es, wie es ist: Das ist gerade bei einem Talk mit vielfältigen Themen keine gute Idee. Niemand kann auf allen Gebieten bewandert sein, und es ist von Vorteil, den Moderator dem aktuellen Thema anpassen zu können und nicht umgekehrt. Wenn Zechner keinen negativen Rückenwind für ihre Programmreform möchte, sollte sie eine Traditionsmarke wie den "Club 2" nicht gänzlich abschaffen, sondern ihn lieber mit frischem Wind versehen.