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Kenia: Demonstrationen für Pressefreiheit

Von WZ Online

Politik

Tausende Oppositionelle haben am Dienstag in Kenia gegen die Erstürmung des Gebäudes der ältesten Zeitung Kenias durch die Polizei protestiert. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Innenminister John Michuki, der die Besetzung der Zeitung "The Standard" angeordnet hatte.


Nach wochenlangen Berichten über Korruptionsfälle in der Regierung des ostafrikanischen Landes unter Präsident Mwai Kibaki hatten Polizisten in Zivil vergangene Woche die Redaktion der Zeitung in Nairobi gestürmt und 60.000 Exemplare der Tagesausgabe verbrannt. Zudem wurde der Fernsehsender KTN, der zur selben Mediengruppe gehört, an der Ausstrahlung seines Programms gehindert.

Die Polizei war mit Gewehren in die Redaktionsbüros eingedrungen und hatte Computer und weiteres Material beschlagnahmt. Drei Journalisten der Zeitung waren wegen eines Artikels festgenommen worden, in dem sie über ein angebliches Geheimtreffen zwischen Präsident Kibaki und dem früheren Minister Kalonzo Musyoka berichtet hatten. Der ehemalige Umweltminister habe sich dabei bereit erklärt, den Posten des Vizepräsidenten zu übernehmen. Der jetzige Vizepräsident Moody Awori steht wegen eines Korruptionsskandals unter Druck. Musyoka war im Streit über die neue Verfassung Kenias entlassen worden. Die Regierung und Musyoka bestreiten das Treffen.