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Kerry führt klar vor Bush, aber Nader-Kandidatur schadet ihm

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry führt auch in den neuesten, Dienstag von der "Washington Post" und CNN veröffentlichten Umfragen klar vor Amtsinhaber George W. Bush, aber eine Kandidatur von Ralph Nader, der schon bei den Wahlen im Jahr 2000 dem demokratischen Kandidaten Al Gore den Wahlsieg gekostet hat, würde zu Lasten Kerrys gehen.


Nach der vom Meinungsforschungsinstitut Gallup für CNN durchgeführten Umfrage, die eine Fehlerquote von +/-4 Prozent hat, würde Kerry bei einem Zweierduell derzeit auf 52 Prozent kommen, Bush auf 44. Bei einem Dreierrennen mit Nader würde Bush noch immer auf 44 Prozent kommen, Kerry nur mehr auf 50 und Nader auf 2 Prozent.

In der gleichen Umfrage wird die Amtsführung des Präsidenten nur mehr von 49 Prozent der US-Bürger gutgeheißen, und von 48 Prozent abgelehnt. Trotz Kerrys Führung in den Umfragen glauben aber 52 Prozent, dass Bush die Wahlen im November gewinnen wird, nur 42 Prozent setzen auf Kerry, dem 49 Prozent nachsagen, dass er seine Meinung nach politischer Notwendigkeit ändere. Von Bush glauben das nur 37 Prozent. Hier dürfte die Bush-Linie, Kerry Wankelmut vorzuwerfen, gegriffen haben.

54 Prozent der Befragten lehnten es ab, dass der Präsident in seinen TV-Spots Bilder vom 11. September 2001 verwendet, 42 Prozent finden das ok.

Nach der von der "Washington Post" unter 1.202 Personen zwischen 4. und 7. März durchgeführten Umfrage (Fehlerquote +/-3 Prozent) käme Kerry auf 47, Bush auf 42 und Nader auf 5 Prozent. Bush hätte demnach bei Männern mit 46 Prozent noch einen kleinen Vorsprung gegenüber Kerry (44 Prozent). Bei den Frauen liegt Kerry mit 50 Prozent aber klar vor dem Präsidenten (37). Auch bei weißen Wählern liegt Bush mit 49 Prozent noch vor Kerry (43). Bei den afroamerikanischen Wählern erzielte Kerry einen Wert von 86 Prozent. Bloß ein Prozent der schwarzen Amerikaner wollen Bush wählen. Und Kerry führt auch in allen Altersgruppen mit Ausnahme der 31-44-jährigen, wo Bush mit 50 Prozent deutlich vor dem demokratischen Kandidaten (42) liegt.

57 Prozent der Befragten wollen, dass ihr nächster Präsident einen anderen Kurs steuert als Bush. Dessen Wirtschaftspolitik findet nur mehr bei 39 Prozent Zustimmung, sein Budgetdefizit bei 30 Prozent und seine Irak-Politik bei 46 Prozent. Nur 44 Prozent sagen dem amtierenden Präsidenten nach, dass er in der Lage sei, die großen Aufgaben, denen das Land gegenübersteht, zu bewältigen. Von Kerry glauben das 49 Prozent. Kerry führt in fast allen Fragen vor Bush. In Wirtschaftsfragen liegt er 12 Prozent voran, bei der sozialen Sicherheit um 16 Prozent, in Erziehungsfragen um 12 Prozent und bei der Gesundheitsversorgung um 20 Punkte. Nur in der Frage des Kriegs gegen den Terrorismus führt Bush mit einem 21-Prozent-Vorsprung.

Die Republikaner setzen auch auf diese Daten in ihrem Wahlkampf und werden nicht müde, Kerry Unentschlossenheit vorzuwerfen. Bush-Vize Dick Cheney bezeichnete Kerrys angebliche mangelnde Entscheidungsfreude als "tödlich". Kerry schlug Dienstag zurück und meinte, dass überhastete Entscheidungen genauso tödlich seien. Den Bürgern Gesundheitsversorgung vorzuenthalten töte ebenso wie Rückschritte in der Umweltpolitik.