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Kfz-Zulieferer müssen schalten

Von Petra Medek

Wirtschaft

Die Kfz-Zulieferer sind in eine Krise geschlittert. Die Ertragskraft der gesamten Automobilindustrie ist 2001 eingebrochen, ergab eine Erhebung des Unternehmensberaters A.T. Kearney, die gestern präsentiert wurde.


Demnach ist die Ertragskraft von Europas Automobilherstellern um 18% gesunken, die Zulieferer verzeichneten sogar ein Minus von 32%. Ein Drittel der europäischen Zulieferer sei wegen schlechter Eigenkapitalausstattung und hoher Verschuldung in ihrer Existenz gefährdet, mahnte A.T. Kearney-Experte Christian Heiss.

Auch für einige der 300 österreichischen Unternehmen in der Autobranche könnte es haarig werden: "Rund 50 bis 80 Betriebe werden in den nächsten Monaten zu raufen haben", so Robert Kremlicka, Vice President von A.T. Kearney Austria. Es ist also vor allem für die vielen kleinen Betriebe an der Zeit zu schalten: Durch Arbeitsteilung und Kooperationen der Branche könnten "viele von den negativen Trends umgekehrt werden", rät Kremlicka. Generell müssten die Zulieferer ihre Wertschöpfungskette professioneller managen, so Heiss. Hintergrund des international beobachtbaren Trends sei die "brutale" Einkaufsmacht, die nach den zahlreichen Übernahmen in der Branche entstanden seien. Die Zulieferer würden zunehmend von den Kfz-Herstellern unter Druck gesetzt. Hinzu komme, dass die Produzenten Gewährleistungskosten zunehmend auf ihre Zulieferer abwälzen würden.