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Kinder sind wie Wissenschaftler

Von Anton Silhan

Wissen

Die Ö1-Sendereihe "Leben der Natur" (werktags, 8.55 Uhr) ist diese Woche fragenden Kindern gewidmet. "Warum sind die Pflanzen grün? Weshalb singen die Vögel?" Der Biologe Reinhold Gayl spricht über Kinder und Natur. Gestern ging es um den "Blick durch die Lupe". Welch faszinierende Welt für Kinder da enstehen kann, wenn sie durch eine Lupe schauen. Es muss nicht immer das Computerspiel sein, das begeistert.

Mit der Lupe in der Hand entdecken Kinder eine ganz andere Natur, als jene, die viele Erwachsene kennen. Nicht das Joggen, Going oder Nordic-Walking ist es, was Kinder in der Natur interessiert. Sie seien vielmehr ausgeprägte Beobachter, könnten in der Natur auch ihren Verstand, ihre Beobachtungsgabe schärfen. Und sie werden mit der Ruhe konfrontiert, lernen, mit der Stille umzugehen, aus ihr zu schöpfen. "Kinder sind wie Wissenschaftler", sagt Reinhold Gayl. Sie sind neugierig, voller Wissensdurst und Tatendrang. Pflanzen am Wegesrand, ein Rascheln im Gebüsch oder eine Ameisenstraße im Wald können der Beginn eines Abenteuers sein.

Die virtuelle Welt der Medien sei zur Konkurrenz für die "wirkliche" Natur geworden. Natur vor der Haustür, die kleinen Dinge geraten immer mehr in den Hintergrund. Doch "die Kinder wissen so vieles", sagt Gayl, "aber es sind unzusammenhängende Wissenstropfen, die verbunden, eingeordnet werden müssen". Für Antworten auf Kinderfragen hat Reinhold Gayl ein Buch herausgebracht: "100 Kinderfragen zur Natur", mit Bildern von Renate Maderbacher, für Kinder ab 6 Jahre, Verlag öbv & hpt 2003, ISBN 3209041709. Vielleicht ein Tipp für ein Geschenk in letzter Minute.