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Kinderkriegen ist kein Allheilmittel

Von Martyna Czarnowska

Analysen

+++ 2030 fehlen der EU massenhaft | Arbeitskräfte. | Chancengleichheit und Migration lösen das Problem.


Mehr Kinder braucht Europa. Quer durch den Kontinent geht dieser Ruf. In fast allen EU-Staaten wird die Bevölkerung immer älter, die Zahl der Erwerbstätigen im Verhältnis zu den Nicht-Erwerbstätigen sinkt. Nach Schätzungen der Kommission werden in 25 Jahren der EU fast 21 Millionen Arbeitskräfte fehlen.

Um die Geburtenzahl zu erhöhen, sind finanzielle Anreize zum Kinderkriegen jedoch zu wenig. Gleiche Chancen für Frauen und Männer tun not: gleicher Anteil an Familienarbeit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Mehr Kinderbetreuungsplätze müssen geschaffen werden. Das Risiko für einen Arbeitgeber, junge Menschen wegen familiärer Pflichten auch einmal entbehren zu müssen, muss auf Frauen und Männer gleichermaßen verteilt sein. Erst dann kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesteigert werden - für Frauen und für Männer.

Doch selbst wenn heute die größte Gebärfreude ausbräche, ist das künftige Problem mangelnder Arbeitskräfte damit nicht gelöst, räumen Demografen ein. Kinder steigen nicht sofort ins Erwerbsleben ein. Die Aufnahme qualifizierter Arbeitskräfte von außen - also gesteuerte Zuwanderung - ist unumgänglich. Das ist auch jenen Regierungen klar, die ihre Arbeitsmärkte derzeit noch durch Übergangsfristen abschotten.