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Kinderspiel

Von Stefanie Holzer

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Als ich zehn oder zwölf war, kam bei uns Mädchen die Mode auf, unsere gewiss inhaltsschweren Gespräche zu verklausulieren. Wir fügten nach jedem Vokal ein b ein und wiederholten den vorangegangenen Vokal noch einmal: Wibir rebedebeteben abalsobo ubungebefäbähr sobo. Dieses unter Kindern gern geübte Sprachspiel fiel mir wieder ein, als die Ö1-Journale am Dienstag zu Mittag und am Abend von den wenig graziösen Hump-Dump-Versuchen des Wiener Stadtparteiobmanns der FPÖ berichteten. Selbst Hibilmabar Kabababas muss solche Spiele als Kind mit Erfolg und Vergnügen gespielt haben?

Der Duden wurde bemüht, um den Kabas'schen Hump-Dump-Geheimnis auf die Spur zu kommen. Allein der Duden konnte nicht helfen. Auf Englisch aber gibt es die Wörter: Unter d findet sich im "Advanced Learner's Dictionary of Current English" "dump": Es handelt sich um einen "place wehre rubbisch, etc may be unloaded and left", das dazugehörige Verbum bedeutet "put or throw down carelessly". Ein "hump", sagt dasselbe Wörterbuch, ist ein "round lump, eg on a camel's back or (as a deformity) on a person's back". Ob Hilmar Kabas diese englischen Wörter mit deutscher Aussprache gebraucht habe und wenn, was er damit in Bezug auf dem Herrn Bundespräsidenten gemeint haben könnte, vermag ich mir nicht auszudenken. Angesichts solcher Verständnisschwierigkeiten kann niemand mehr glauben, dass Politiker dem Wahlvolk nach dem Maul reden. Einer spricht offenkundig sogar in Zungen.