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Kino auf Rädern im Gemeindeamt

Von Judith Schmitzberger

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Mit fortschreitender Technik ändert sich nicht nur das mediale Konsumverhalten, auch die sozialen Funktionen kultureller Veranstaltungen werden nach und nach andere. Zum Nachrichten-Schauen oder als einzige Möglichkeit, bewegte Bilder zu Gesicht zu bekommen, geht heute niemand mehr ins Kino.


Ganz im Gegenteil - viele Besucher holen sich auch für cineastische Freuden das Kino einfach ins eigene Wohnzimmer. Als Sozialtreffpunkt nutzen die Institution vor allem Jugendliche, und sie bevorzugen meist die gigantischen Mega-Multi-Saal-Center.

Kunst liebende Film-Begeisterte fliehen vor der Massenabfertigung in kleine Programmkinos und erfreuen sich an filmischen Raritäten und Originalversionen. Doch genau diese charaktervollen Häuser sind nach und nach vom Aussterben bedroht (Siehe hier Die Politik reagiert auf diesen Umstand nur zögerlich. Denn dass das Kino ein schützenswertes Kultur- und Kunstgut ist und nicht nur ein sich selbst tragendes Massenphänomen, das ist eine schleichende Spaltung der Kinowelt. Dass hier Handlungsbedarf besteht, hat die Politik mittlerweile erkannt. Und bringt seit diesem Frühjahr mit "Kino auf Rädern" heimischen Film in knapp 100 Lichtspiele-freie Gemeinden. Wanderkino im Pfarrsaal, im Wirtshaus und auf dem Gemeindeamt und - manchmal ist eine neue Idee zugleich eine ganz alte.