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Kino im Elfenbeinturm

Von Christina Böck

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Eigentlich war 2013 ja ein ziemlich gutes Jahr für den österreichischen Film. Gut, wenn man genau sein will, dann eher für einen österreichischen Filmemacher. Es war also ein ziemlich gutes Jahr für Michael Haneke, der für "Amour" einen Oscar bekam.

Wen das eher weniger gekümmert hat, war das junge österreichische Kinopublikum. Eine Studie hat nun konstatiert, dass der österreichische Film bei jungen Zusehern ein Imageproblem hat. Mehr als die Hälfte der Unter-30-Jährigen findet, die Filme seien "nicht für junge Menschen gemacht" und "altmodisch".

Nun kann man Ersteres eventuell für "Amour" sogar noch unterschreiben - nicht jeder will sich so früh mit dem eigenen Siechtum auseinandersetzen. Aber im vergangenen halben Jahr starteten heimische Produktionen im Kino, denen man kaum vorwerfen kann, dass sie altmodisch waren (der Science-Fiction-Thriller "Blutgletscher" zum Beispiel) oder "nicht für junge Menschen gemacht" (die Doku "Alphabet" behandelt das fehlgeleitete Bildungssystem - ein Thema, das jungen Menschen auch nicht ganz wurscht sein muss).

Da gibt es also ein kleines Kommunikationsproblem zwischen dem österreichischen Film und dem jungen österreichischen Publikum. Wie wichtig heutzutage die digitale Mundpropaganda ist, zeigte heuer ein Film, der immerhin einen österreichischen Inhalt hatte: "Rush" über Niki Lauda wurde offenbar von jedem nach dem Kinobesuch stante pede auf Facebook empfohlen. Vielleicht ein erster Anhaltspunkt, wie Kino und Jungpublikum sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder besser verstehen.