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Klassik zum stolzen Preis

Von Bernhard Baumgartner

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Man lege den Frack an und schalte den Fernseher ein: Am Donnerstag ging ein weiteres Streaming-Portal des ORF ans Netz. Neben Flimmit, das sich österreichischen Fernsehproduktionen widmet, gibt es jetzt auch myfidelio.at. Die Streaming-Plattform stellt "Klassikinhalte in noch nie da gewesenem Umfang digital zur Verfügung", wie es bei der Präsentation hieß. Im Detail geht es um Archivmaterial, das so nicht mehr zu konsumieren ist. So ist es auch würdig und recht, dass Herbert von Karajan himself einen auf der neuen Seite begrüßt. Das Abo beinhaltet "eine weitreichende Klassithek, mehrere herausragende Live-Events monatlich direkt aus den bedeutendsten Konzertsälen, Opernhäusern und Open-Air-Spielstätten, weiters einen Tune-in-Kanal mit redaktionell festgelegtem Programm sowie eine umfangreiche Editorial-Schiene, die Hintergrundinformationen bietet".

Das alles ist in Zeiten wie diesen natürlich nicht gratis: 14,90 Euro kostet das Abo monatlich, wenn man jährlich zahlt, immerhin noch 149 Euro. Das ist für einen Streaming-Dienst freilich ein durchaus stolzer Preis. Bedenkt man, dass man bei Netflix für 9,90 Euro den einen Teil der Vielfalt des US-Pay-TV und bei Amazon für nur 49 Euro pro Jahr den anderen bekommt, so legt "Fidelio" die Latte für Klassik-Fans doch recht hoch. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei den Archivschätzen ja durchaus um Material handelt, für dessen Produktion die Gebührenzahler des ORF ja bereits einmal bezahlt haben. Insofern wäre ein Rabatt für Gebührenzahler bei "Fidelio" durchaus keine Sache, die nicht zu rechtfertigen wäre.