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Klein, aber werberelevant

Von Barbara Dürnberger

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"Wir wollen nur, dass die Kinder kaufen - auch wenn es sie umbringt." Eine Expertin brachte die offenbar allgemein herrschende Einstellung der Werbeindustrie auf den Punkt. Auf ORFIII wurde das in der Dokumentation "Kinder als Konsumenten" Montagabend einmal mehr deutlich. Nicht mehr ganz taufrisch, feiert dieser Film dennoch seit vier Jahren internationale Erfolge. Zu Recht. 60 Minuten lang wird der Zuseher mit allerlei schockierenden Fakten konfrontiert. Ein kleiner Auszug: In Amerika geben die lieben Kleinen jährlich bereits 40 Milliarden US-Dollar aus, täglich werden sie mit rund 3000 kommerziellen Botschaften konfrontiert. Kaum vorstellbar in Europa? Dann schauen Sie sich einmal am Nachmittag die Werbepausen zwischen den vielen Zeichentrickserien auf SuperRTL an. Kinder sind die neue werberelevante Zielgruppe. Sie beeinflussen das Kaufverhalten ihrer Eltern bereits in sehr jungen Jahren. Dieses Wissen machen sich seit langem viele Anbieter zu Nutzen. Vorreiter Amerika ist natürlich schon einen Schritt weiter. Selbst an Schulen gibt es dort gesponserte Exkursionen zu Supermärkten (!) - selbstverständlich läuft alles streng unter dem Motto "Bildung". Die Erkenntnis des Abends: Manchmal darf es auch gerne eine Wiederholung sein. Nicht immer müssen es neue Dokumentationen sein, um sich bestehende Missstände wieder ins Gedächtnis zu rufen. Oder überkommt Sie das Bedürfnis zu McDonald’s zu gehen, wenn Sie nach langer Zeit einmal wieder die Dokumentation "Supersize Me" gesehen haben?