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Kleiner Applaus für Angela

Von Peter Bochskanl

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Sonntag endlich wieder Paul Lendvais ORF2-"Europastudio" am Sendeplatz der "Pressestunde", die oft als Pflichtpräsentation heimischer Politiker mit meist kantenlosen Gemeinplätzen langweilt. Die Antworten auf die zur Diskussion gestellte Frage "Was macht Deutschland mit seiner Führungsrolle?" mündeten mehr oder weniger in einer Anerkennung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel als Leitfigur in der europäischen Krise. Das von Lendvai wie immer geschickt gesteuerte Gespräch mit den Politologinnen Sonja Puntscher-Riekmann (Salzburg) und Anne-Marie Le Gloannec (Paris) sowie dem "FAZ"-Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger und dem Deutschland-Korrespondenten der "Neuen Zürcher Zeitung", Ulrich Schmid ersetzte die übliche Kritik an Merkels Zögerlichkeit begründet durch ein Lob ihrer Behutsamkeit. Wobei am Rande auch Bundeskanzler Werner Faymanns Segeln im europäischen Fahrwasser Merkels ein wenig relativiert wurde: Besser einen höchstwahrscheinlich zielführenden Weg aus der Krise unterstützen, als sich mit einem krampfhaft eigenen in eine Sackgasse manövrieren. Auch zeigt Merkels Umfragebarometer nach oben. Der zweimalige Flop mit ihren Bundespräsidentenkandidaten sowie ihr ursprünglicher Widerstand gegen Joachim Gauck und ihr späteres Umschwenken haben ihr nicht geschadet. Sogar der "Spiegel" titelt mit ihrem "heimlichen Sieg". In der Runde war man überzeugt, dass der "linke, liberale Konservative" (Selbstdefinition Gauck) Rot-Grün mehr Probleme bereiten wird als Merkel.