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Kleiner Chip mit großer Wirkung

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Als "Schweizermesser der Banken" bezeichnet der Zahlungsverkehrsspezialist Europay Austria die neue Generation der Maestro-Karten (früher: Bankomatkarten). Zu den bereits bekannten Funktionen wie etwa die Geldbehebung (an über 950.000 Bankomaten weltweit) oder die Bezahlung an Bankomatkassen (bei rund 7 Mio. Vertragspartnern) wird nun auch die Koppelung mit der "Digitalen Signatur" möglich. Sie ersetzt in der elektronischen Welt die persönliche Unterschrift.


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Rund um den Jahreswechsel 2004/2005 werden erstmals Karten mit dem entsprechenden Chip (hergestellt von Philips) ausgegeben. Europay-Geschäftsführer Peter Neubauer rechnet, dass bis Ende 2005 ca. 600.000 Österreicherinnen und Österreicher die Digitale Signatur nutzen, sprich: sie für elektronische Bankgeschäfte, für Behördenwege vom Computer aus (Stichwort: Bürgerkarte) oder für das Verschlüsseln und Signieren von E-Mails verwenden werden.

Einen kleinen Schönheitsfehler hat das Projekt allerdings: Jene 3,1 Mio. der insgesamt 6,3 Mio. Maestro-Karten in Österreich, die noch heuer ausgetauscht werden, weil ihre Gültigkeit zum Jahresende abläuft, sind noch nicht mit der Schlummerfunktion für die Digitale Signatur ausgestattet. Ihnen steht ein zweiter - freiwilliger - Kartentausch ins Haus. "Wir wollten es anders, aber Philips hat uns vom Timing her im Stich gelassen", bedauert Neubauer am Mittwochabend vor Journalisten.

Die Freischaltung der Digitalen Signatur ist nicht verpflichtend, zumal eine jährliche Gebühr von 15 Euro (zusätzlich zu den rund 18 Euro Jahresgebühr für die Maestro-Karte) anfällt und ein Kartenleser benötigt wird, um die Funktion nutzen zu können. Derzeit kosten die Geräte im Handel bis zu 70 Euro. Um die "Kaufhemmung" bei den Konsumenten zu lösen, hat sich Europay gemeinsam mit dem Finanzministerium etwas einfallen lassen. Neubauer informiert: "Wir fördern 200.000 Kartenleser mit 10 Euro pro Stück." Durch die hohe Produktionszahl werde der Listenpreis ohnehin auf 25 Euro sinken, der Konsument habe somit nur 15 Euro pro Gerät zu berappen. Erhältlich sein werden die Kartenleser in erster Linie im Elektrofachhandel und auf den Postämtern.

Derzeit sind in Österreich 6,2 Mio. Maestrokarten verbreitet - im internationalen Vergleich ein Wert im Spitzenfeld. Und noch ist Potential vorhanden. "Wir gehen davon aus, dass zwischen fünf und fünfeinhalb Millionen der sechs Millionen Erwachsenen Karteninhaber sind, da viele zwei Karten haben", so Neubauer. Pro Monat werden etwa 20.000 bis 30.000 neue Karten ausgegeben. An den rund 3.000 Bankomaten wurden von Jänner bis Ende Mai 2004 rund 35 Mio. Transaktionen durchgeführt.

Kein Zigarettenkauf für unter 16-Jährige

Die neue Maestro-Karte verfügt auch über ein Alterskennzeichen mit den Funktionen "berechtigt" oder "nicht berechtigt". Hintergrund ist eine EU-Regelung, die vorsieht, dass ab 2007 Personen unter 16 Jahren keine Rauchwaren kaufen dürfen.

Will nun etwa ein 15-jähriger am Zigarettenautomaten mit seiner Maestro-Karte zahlen, wird diese Transaktion nicht zugelassen.