Zum Hauptinhalt springen

Kleiner Eklat am Kongress

Von Veronika Gasser

Politik

Eigentlich steht schon zu Beginn eines ÖGB-Bundeskongresses fest, wie der "neue" Präsident und seine Stellvertreter heißen. Entscheidend ist bei der Wahl das hohe Votum der Delegierten. Dieses Mal wurde auf besondere Art abgerechnet und zwar mit dem nicht mehr kandidierenden FCG-Chef und ÖGB-Vize Fritz Neugebauer. Die Niederlage steckte nämlich sein Nachfolger, der neue FCG-Chef Karl Klein, ein. Er musste sich mit nur 58,7 Prozent der Stimmen zufriedengeben.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Schon bei der Kongress-Eröffnung wurde klar, dass der langjährige FCG-Vorsitzende Fritz Neugebauer die Sympathien der delegierten Gewerkschaftsfunktionäre verspielt hatte. In einem PR-Film über den ÖGB wurde Neugebauer als Kämpfer gegen das Pensionsmodell der Regierung gezeigt.

Später im Parlament hatte er diese Haltung einfach aufgegeben und mitgestimmt. Das haben ihm die Gewerkschafter nicht verziehen: Sie deckten ihn mit Buhrufen und Pfiffen ein. Unter seinen Gegner finden sich jedoch nicht nur Anhänger der roten FSG, sondern auch Leute aus den eigenen Reihen. Bei der Wahl der ÖGB-Vizepräsidenten musste der schwarze FCG einen weiteren Denkzettel kassieren: Dessen neuer Chef Karl Klein wurde mit mickrigen 58,7 Prozent gewählt, üblich ist ein Ergebnis um die 90 Prozent. "Er büßt jetzt den Umfaller Neugebauers", so ein Delegierter. Sichtlich enttäuscht meint Klein gegenüber der "Wiener Zeitung": "Wenn der ÖGB die Gemeinsamkeit der Fraktionen will, dann muss er sie auch leben. Alle müssen dabei aufeinander Rücksicht nehmen. Wir in der Führung werden noch miteinander reden müssen, anscheinend hat der FSG-Chef seine Basis nicht mehr im Griff."