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Kleiner Rückschlag als Chance auf große Entwicklung

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Wer Dominic Thiem zuhört oder in seiner Facebook-Seite stöbert, hört oder liest beinahe in jedem zweiten Satz Dinge wie: "Das muss ich noch lernen", "das muss ich ändern" oder "daran werde ich arbeiten". Es spricht für seinen Charakter, aber auch für die Arbeit seines Betreuerteams, dass ein erst 21-Jähriger diese Einstellung zum Sport mitbringt, die Fehler nicht bei anderen, beim Belag oder den Lichtverhältnissen sucht, wie man das von so vielen kennt, sondern stets nach Perfektion im Rahmen des Möglichen strebt.

Dass das nicht immer aufgeht, liegt im Wesen des Sports. Und genau das ist für die (noch lange nicht abgeschlossene) Entwicklung des Jungprofis vielleicht gar nicht einmal so schlecht, so groß die Enttäuschung nun auch sein mag. Aus Niederlagen zu lernen, ist schließlich nicht nur eine hohle Phrase, sondern eines der wichtigsten Dinge für die Karriere eines Sportlers.

Thiem wird noch viele solcher Rückschläge erleiden, und so steil wie im vergangenen Jahr wird es vermutlich in der kommenden Saison nicht mit seiner Karriere bergauf gehen, schließlich wird die Luft oben immer dünner. Thomas Muster hat also recht, wenn er die Euphorie um ihn bremst. "Ihn jetzt als kommenden Top-Ten-, Top-Fünf-Spieler oder Grand-Slam-Sieger zu sehen, da sage ich: Nein", erklärte Turnierbotschafter Muster kategorisch. Nicht, dass eine solche Prognose ausgeschlossen wäre, doch sie wäre eher gefährlich denn zielführend.

Wer weiß: Wäre Thiem in der Stadthalle weit gekommen, hätte er sein Heim-Turnier vielleicht sogar gewonnen, wie manche - zumindest vor den Zusagen der Topstars Andy Murray und David Ferrer - schon orakelt hatten, die Erwartungen wären wohl ins Unermessliche gestiegen, das Risiko eines Absturzes wäre groß gewesen.

So aber heißt es: Weiterlernen, weiterarbeiten. Genau das also, was Dominic Thiem am besten kann.