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Kleinkrieg beendet - Rektoren und Studenten vereint gegen Regierung

Von Brigitte Pechar

Analysen

Pünktlich zu Semesterbeginn am 1. Oktober kam er doch noch: der Aufschrei der Rektoren gegen die geplante Kürzung des Universitätsbudgets. Immerhin ist seit Mai bekannt, dass die bis 2012 vereinbarten jährlichen 2,2 Milliarden Euro ab 2013 nicht erhöht werden - was einer Kürzung gleichkommt.


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Alleine die Uni Wien hat seit 2004 um 30 Prozent mehr Studierende, aber der Beschäftigtenstand ist nur um 10 bis 15 Prozent gewachsen, das Budget gar nur um 5 Prozent. Die WU Wien verzeichnet in beiden Bachelorstudien mehr als 7000 Anfänger, die Kapazität liegt bei 1300 Studienplätzen. 375 Studierende kommen an der WU auf einen Professor. Sogar der Rektor der verhältnismäßig kleinen Montanuniversität Leoben berichtet von Studenten-/Professorenverhältnissen von 300 zu 1.

"Wir werden angesichts des Betreuungsverhältnisses und des freien Uni-Zugangs international ausgelacht", bringt es der Vorsitzende der Universitätenkonferenz und Rektor der TU Graz, Hans Sünkel, auf den Punkt.

Wenn die Politik die jahrzehntelange Unterfinanzierung weiter betreibt, dann, so der Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, solle die Politik sagen: "Gut, dann verzichten wir halt darauf, in Österreich Universitäten zu haben."

Für den Protesttag am 19. Oktober hat sich auch die Hochschülerschaft hinter die Rektoren gestellt. Vielleicht ist das der richtige Weg: Lehrende und Studierende schließen sich zusammen, anstatt ständig gegeneinander zu arbeiten und damit der Politik die Möglichkeit zu geben, sich herauszuhalten.

Es ist höchst an der Zeit, einen Hochschulplan zu entwickeln. Die jahrzehntelange Taktik, den Universitäten nicht einmal die allernötigsten Mittel zur Verfügung zu stellen und andererseits einen freien Zugang zu garantieren, führt auf Dauer nur dazu, dass Österreich zum internationalen Schlusslicht wird.

Selbstverständlich soll ein geregelter Uni-Zugang nicht dazu führen, dass die Zahl der Studierenden sinkt. Das genaue Gegenteil muss angestrebt werden: Wir brauchen mehr Akademiker. Die Ressourcen Österreichs liegen im Hu-mankapital. Das muss aber produziert werden.

Die Regierung ist verantwortlich, dass die Schulen und Universitäten dem internationalen Vergleich standhalten, dass heimische Forscher international reüssieren können und vor allem, dass Österreich für Spitzenforscher interessant ist. Wie sie das anstellt, ist ihre Sache.

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