Zum Hauptinhalt springen

Klimt leidenschaftlich

Von Anton Silhan

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Zur Ausstellung im Oberen Belvedere in Wien, "Klimt und das europäische Frauenbildnis", hat Krista Hauser ein umfassendes Porträt des Künstlers für die Reihe "einfach klassisch" (Sonntagabend, ORF 2) gestaltet: "Gold und Eros - Gustav Klimt und die Frauen". Sie zeichnet darin ein Bild nicht nur des Künstlers selbst, sondern auch der Zeit und ihrer Umstände; im wesentlichen der Jahrhundertwende. In einem weiten Spektrum kamen Experten und Nachfahren von Zeitzeugen zu Wort. Auch mit so originellen Erläuterungen, wie Klimts Fleischesdarstellungen seien so, "dass man hineinbeißen könnt'" (Xenia Hausner).

Hauptthema war, der Ausstellung entsprechend, das Verhältnis Klimts zu den Frauen - seinen bevorzugten Modellen -, das ebenso leidenschaftlich wie oft auch zwiespältig war. Sorgsam wird in dem Film Klimts Leben in Wien dargestellt; seine Leidenschaft, mit der er sich als Nachfolger Hans Makarts sah, des Farbenzauberers, sowie sein Wirken als Maler des Historismus und einer der Stars bei der Ausgestaltung der Ringstraßenbauten. Sein Beethoven-Fries (1902), der heute noch in der Wiener Secession zu bewundern ist, erregte seinerzeit viel Aufsehen. Der Film analysiert Klimts hier illustrierte "Erlösung der schwachen Menschheit durch Kunst und Liebe" wie auch andere Werke und bringt sie in all ihrer Farbenpracht näher. Auch Klimts rare Erotikzeichnungen wurden präsentiert. Sein Leben wird mit historischen Aufnahmen und Fotos erläutert, auch die Zeit mit Emilie Flöge am Attersee. Eines der hier entstandenen Bilder, so ist zu sehen, wechselte 1997 bei Christie's in London den Besitzer: um 290 Millionen Schilling. Ein detailreiches Porträt, wie man es gern öfter sehen würde (Wh. 1. Oktober, 9.55 Uhr, ORF 2).