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Kollateralschäden

Von Bernhard Baumgartner

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Es gibt Zusammenrottungen, da kann man den Fernsehabend getrost abhaken. Etwa wenn, wie am Wochenende im ORF, eines der gefühlten 400 Formel-1-Rennen pro Jahr übertragen wird und man später auf ORF2 noch mit Carmen Nebels Schlagerorgie den ermattet in den Seilen hängenden Zuschauern den finalen Kick ins Traumland gibt. Normalerweise ist die Formel 1 im ORF ja ohnehin minimalinvasiv. Was wäre ein gepflegter Sonntagnachmittagsschlaf ohne das monotone Motorengebrumm - womit das Phänomen des "Fernschlafens" als eines der großen Quotengeheimnisse der Formel 1 enttarnt wäre. Wenn man diesen kollektiven Irrsinn jedoch ungebremst in den Hauptabend am Wochenende krachen lässt (wie einen Mercedes in den Reifenstapel), dann hört sich der Spaß auf. Lieber ORF, so bitte nicht! Und das Gejammer, dass man das nicht einfach auf ORFsport plus zeigen darf, ist auch unnötig, schließlich hat das den ORF bei vielen anderen Regelungen auch nur rudimentär interessiert, ob etwas geht oder nicht. Man könnte ja auch namens der Zuseher die Politik um eine Ausnahmegenehmigung für durch solche Kollisionen fast unvermeidlichen Härtefälle ersuchen.

Bis zum Wochenende ist aber ohnehin noch Zeit. Die vertreiben wir uns am Dienstag mit dem Vermächtnis der Wanderhure. Diesen Kostümschinken haben wir auch erfolgreich hinter uns gebracht - vielleicht kann sich das geschätzte Fernsehen nun wieder etwas hochwertigeren Stoffen widmen?