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Koller hat keinen einfachen Start

Von Simon Rosner

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Marcel Koller hat noch keine Trainingseinheit mit der Nationalmannschaft absolviert, offiziell ist er sogar erst in ein paar Wochen im Amt. Doch es sieht bereits jetzt gar nicht gut aus für ihn. Alt-Internationale von Kurt Jara bis Peter Stöger äußerten bereits ihr Unverständnis darüber, dass ein ausländischer Trainer geholt wurde. Herbert Prohaska verweist darauf, dass Koller keine Rückendeckung der Öffentlichkeit habe, wobei gerade er als Krone-Kolumnist und ORF-Analyst ein wesentlicher Teil dieser Öffentlichkeit ist. Und Werner Gregoritsch sagte, dass es sich Foda, Jara oder Gludovatz "verdient" gehabt hätten. Und das klingt, als wäre dieses Amt eine Ehrung für verdienstvolle Trainer.

Mag sein, dass sich am Ende herausstellt, dass Koller nicht der richtige Mann war. Aber zumindest die Entscheidungsfindung des ÖFB wirkte diesmal professionell. Nicht der naheliegende, der bequeme Weg wurde eingeschlagen, sondern es wurde nach Qualität und Qualifikationen gesucht, nicht nach Namen. Und das ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass man gute Entscheidungen trifft.

Dass auch in Umfragen im Internet Koller, dessen Arbeit hierzulande kaum jemand beurteilen kann, schlecht wegkommt, beweist wieder einmal, dass in Österreich der pathologische Drang existiert, immerzu im eigenen Saft zu braten. Doch genau das hat die Fußballer auf Rang 77 der Weltrangliste geführt. Der Abstand zum Mittelfeld ist gewachsen, zur Spitze ist er unaufholbar groß. Gerade weil Qualifikationen nie eine Rolle gespielt haben und weil nie ein Gesamtkonzept vorhanden war. Das ist nun der Fall.