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Kommt der "McZahnarzt"?

Von Sylvie Maier

Wirtschaft

Billig-Zahnärzte drängen auf den dänischen Markt. | Laborarbeit in China, Steuerloch für osteuropäische Ärzte. | Kopenhagen. "Erst wollen wir in Schweden expandieren, aber der nächste Schritt wird der nach Kopenhagen sein", sagte Harald Ullmann von City Dental gegenüber der Tageszeitung "Politiken". Der schwedische Zahnarzt-Discounter hat ebenso wie die deutsche McZahn AG Interesse am Nachbarland, das für seine saftigen Zahnarztrechnungen bekannt ist, deponiert.


Während die dänische Wettbewerbsbehörde mehr Konkurrenz begrüßt, warnt Susanne Andersen von der Standesvertretung: "Man bekommt das, wofür man bezahlt." Discounter sollten sich an bestehende Gesetze und Übereinkünfte mit Krankenversicherung und Personal halten. Nur dank einer Steuerfinte unterbiete die schwedische City Dental, bei der eine Wurzelbehandlung um 100 Euro - ein Sechstel des dänischen Preises - zu haben ist, ihre Konkurrenten. Die seit einem Jahr bestehende Billig-Praxis beschäftigt der Zeitung zufolge zwölf osteuropäische Ärzte, die jeweils nur ein halbes Jahr im Land bleiben. Aus diesem Grund könne sich der Arbeitgeber um die Sozialabgaben drücken, die eine längere Anstellung mit sich bringe. "Das sind keine gleichen Bedingungen für alle", empört sich Tove Grønkvist von der Organisation der schwedischen Privatzahnärzte. Die rund 20.000 Patienten, die wochentags von 8 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr behandelt werden, sind dennoch zufrieden.

Auch der deutsche Dental-Markt ist in Bewegung. Im Oktober will die McZahn AG mit "Zahnersatz zum Nulltarif" ihre ersten fünf Discount-Praxen eröffnen. Bis 2009 sollen 400 weitere folgen. Brücken, Prothesen und Kronen werden in China produziert. Das System soll vorläufig auf Franchise-Basis basieren, später sei eine Anstellung der Ärzte angedacht, sagte McZahn-Chef Werner Brandenbusch.

Wettbewerb funktioniert in Österreich anders

"Denkbar ist alles", meint Jörg Krainhöfner, Direktor der Österreichischen Zahnärztekammern auf die Frage nach einer heimischen Variante des Zahnarzts als Franchise-Nehmer. Rein rechtlich herrsche für natürliche Personen im EWR-Raum Niederlassungsfreiheit, ein ausländischer Zahnarzt könne sich nach den hier geltenden Bestimmungen - der Gesundheitssektor sei von der EU-Dienstleistungsrichtlinie ausgenommen - selbständig machen. Hier dürfe ein Zahnarzt jedoch nicht angestellt werden, er könne nur auf eigene Rechnung arbeiten. Insgesamt schätzt Krainhöfner die heimische Wettbewerbssituation anders ein: "Unsere 4500 Zahnärzte stehen ohnehin in weitaus härterem Wettbewerb als deutsche" - ein wesentlich größerer Bereich der Leistungen sei nicht von der Kassa gedeckt. Und 50 Kilometer östlich von Wien hat sich die Ostkonkurrenz schon lange etabliert.