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Komplizierte Materie Euro

Von Francesco Campagner

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Wir leben in schwierigen Zeiten. Alles ist kompliziert geworden, von der Handhabung der Espressomaschine bis zur Programmierung des Videorekorders. Kein Wunder, dass auch die politische und wirtschaftliche Landschaft Anlass zum Kopfzerbrechen bietet. Am deutlichsten manifestiert sich dieser Kampf mit der Materie in den Nachrichtensendungen des ORF im Fernsehen. Ingrid Thurnher ("ZiB 2") und am Montag auch Hannelore Veit ("ZiB 1") haben schon öffentlich über die komplizierte Situation bei den US-Wahlen geklagt. Wirkliche Hilfe haben sie von den ORF-US-Korrespondenten nicht bekommen, die das mittlerweile zum telegenen Gerichtsspektakel mutierte Wahldrama eher fasziniert betrachten als kommentieren.

Auch in wirtschaftlichen Belangen ist nicht alles eitel Wonne. Am Montag meldete sich Paul Schulmeister aus Frankfurt, der "Hauptstadt des Euro". Der Bericht war geprägt von Euro-skeptischen Tönen, ökonomischen Vergleichen mit Omelettes und ähnlichen Kuriosa. Und dies, nachdem die europäische Währung in den letzten zwei Wochen 6,5 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar gewonnen hat. Wie hätte der Beitrag wohl ausgesehen, wenn der Euro weiter gesunken wäre?

Es wäre wohl an der Zeit, dass sich der ORF der neuen Währung ein bisschen intensiver widmet. Die italienische RAI betreibt Euro-Aufklärung sogar in einem Showprogramm ("Domenica In", Sonntag, RAIUNO), der ORF scheitert daran in der Parade-Nachrichtensendung. Nur ein Fehltritt?