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Konfliktherde, wohin man schaut

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Die Austria kann einem irgendwie wirklich leidtun. Da spielt sich die Mannschaft unaufhaltsam Richtung Titel, und statt über die weitgehend guten Leistungen und Resultate zu sprechen, muss sie sich mit geistig minder ausgestatteten Fans befassen. Dabei ist das nur eine verschwindend geringe Minderheit. Aber es ist eben immer eine kleine Minderheit, die einen Verein und die vernunftbegabteren Anhänger in Verruf bringt. Und die Austria ist leider - ebenso wie Erzrivale Rapid - kein unbeschriebenes Blatt. In schauriger Erinnerung sind diverse Platzstürme und Ausschreitungen mit dem Tiefpunkt beim Bilbao-Spiel 2009, faschistische Ausbrüche und Parolen wie "Zick-Zack-Zigeunerpack" oder "Adolf Hitler ist ein Freund". Dem Treiben wurde ohnehin lange genug zugesehen, dass nun rigoros vorgegangen wird, ist nur richtig. Dass sich einige nicht damit abfinden wollen, war aber auch vorherzusehen, zumal die Kommunikation mit dem Klub in Teilen der Fanszene als verbesserungswürdig erachtet wird. Aber eh okay. Dann singen sie eben nicht - solange sie es dabei belassen.

Dass nun die erfolgreiche Austria diesbezüglich im Fokus steht, ist allerdings schon bemerkenswert. Schließlich schwelt auch bei den Rapid-Fans schon seit langem die Unzufriedenheit mit der Klubführung, dazu kommt die sportliche Talfahrt. Nun hat Präsident Rudolf Edlinger einen weiteren Konfliktherd geschaffen: Im Zuge der Stadionrenovierung oder des Neubaus könnte auch der Name "Hanappi"-Stadion bald Geschichte sein, erklärte er. Entschieden ist freilich noch lange nichts, aber es könnte ja sein, dass ein Großsponsor daherkommt und sich dafür auch die Namensrechte sichern will. Das wäre nur logisch. Den Konflikt zum jetzigen Zeitpunkt durch solche Aussagen heraufzubeschwören, war aber vielleicht nicht die allerbeste Idee Edlingers.