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Kongo: "Alle Flüchtlinge sind weg"

Von WZOnline

Politik

Rutshuru. Der erste UN-Hilfskonvoi für zehntausende Flüchtlinge in den von Rebellen gehaltenen Gebieten im Osten des Kongos hat nur verlassene Lager vorgefunden. Die Unterkünfte sollen zudem zerstört worden sein.


"Alle Camps sind leer. Alle Flüchtlinge sind weg", so ein Vertreter des UNO-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Mitarbeiter von Hilfsorganisationen versuchten nun herauszufinden, ob die Flüchtlinge vertrieben wurden oder geflüchtet seien. Einige könnten sich in sichere Gegenden gerettet haben oder in ihre Häuser zurückgekehrt sein, teilte die UNO-Organisation weiter mit. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR geht von mindestens 50.000 Zivilisten aus, die allein in der Region Nord-Kivu dringend Hilfe benötigen.

Ein Dutzend Geländefahrzeuge mit Hilfsgütern und zwei Lastwagen mit UNO-Truppen hatten am Montag die Front überquert, an der sich Tutsi-Aufständische und Regierungstruppen gegenüberstehen. Ziel der Fahrt war die 70 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma gelegene Stadt Rutshuru, wo Zehntausende Zivilisten dringend Wasser, Nahrung und Unterkünfte brauchen. Hilfsorganisationen sprechen von katastrophalen Zuständen.

Ein von den Rebellen um den ehemaligen General Laurent Nkunda ausgerufener Waffenstillstand hat in den vergangenen Tagen gehalten. Vertreter der UNO, der EU und der USA suchten am Wochenende in der Demokratischen Republik Kongo nach einer Verhandlungslösung, um zu verhindern, dass die Tutsi-Rebellion zu einer Neuauflage des Krieges von 1993 bis 2002 eskaliert. 17.000 UNO-Soldaten sind derzeit in dem Land stationiert, das allerdings die Fläche Westeuropas hat. Zudem haben sich Flüchtlinge beschwert, dass die Blauhelme sie nicht beschützten. Frankreich hat den Einsatz einer EU-Truppe vorgeschlagen, aber dies wird von mehreren anderen europäischen Staaten abgelehnt.