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Konkurrenz bei Forschung wächst

Von Georg Friesenbichler

Europaarchiv

"Wir haben irgendwie an Schwung verloren", beschreibt Erkki Ormala den Stand der europäischen Forschung. Der Vizedirektor für Technologiepolitik bei der Firma Nokia stand einem Expertengremium vor, dass die Bemühungen der EU auf diesem Sektor beleuchtete. Notwendig seien größere Geldmittel, denn die Konkurrenz wächst: "Wir stehen in einem weit härteren Wettbewerb bei Talent und Wissen, als wir es gewohnt waren."


"Die EU fällt zurück. Und wir sind nun unter dem Druck nicht nur unserer traditionellen Konkurrenten wie USA oder Japan, sondern auch von China, Indien oder Brasilien", erläuterte Ormala bei der Übergabe des Abschlussberichtes an EU-Forschungskommissar Janez Potocnik.

Dieser sah das Papier als Unterstützung für die Absicht der EU, das Forschungsbudget im nächsten Budgetzeitraum (ab 2007) von 20 auf 40 Mrd. Euro pro vierjähriger Förderperiode zu verdoppeln. "Wir wollen unser Wirtschaftswachstum nicht durch Einschränkungen bei unseren Sozial- oder Umweltstandards erreichen. Also müssen wir uns im globalen Wettbewerb auf Wissen konzentrieren", erläuterte der Kommissar. "Ich teile insbesondere die Ansicht, dass Europa in bestimmten Schlüsseltechnologien weltweit führend werden sollte", fügte er hinzu.

Zu diesem Zweck müssten laut dem Report die besten Talente gefördert, Ressourcen für Innovation mobilisiert und Kooperation von Regierungen, Unternehmen und Universitäten verbessert werden. Die EU-Gelder allein würden nicht genügen, es müssten auch die nationalen Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöht werden. Die Industrie müsse stärker beteiligt werden, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Hochtechnologie.

Trotz dieser Erwähnung sind die KMU nicht recht zufrieden. Das Problem sei nicht das Budgethöhe, sondern an wen die Gelder zugewiesen würden, beklagt Ullrich Schröder von der Dachorganisation UEAPME.

Zu wenig Förderung für KMU

"Die meisten Förderungen sind für Langzeitprojekte gewidmet, die Millionen Euro kosten, und sind daher für kleine Firmen kaum attraktiv", glaubt er. Stattdessen würden große internationale Unternehmen bevorzugt. Trotz der politischen Rhetorik, dass KMU gefördert werden müssten, würden sie "nicht genügend unterstützt, wenn sie mit guten Ideen kämen".

Von ihrem selbst gesetzten Ziel, die nationalen Forschungsausgaben auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben, sind die EU-Staaten noch weit entfernt. Das siebente EU-Forschungsrahmenprogramm soll noch heuer erarbeitet werden, die Verhandlungen darüber werden unter der österreichische EU-Präsidentschaft in der ersten Hälfte 2006 geführt.

http://europa.eu.int/comm/research/reports/2004/fya_en.html