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Konserven aus dem Hause De Mol

Von Ina Weber

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Sie ist wieder da, und sie hofft, dass wir sie noch kennen. Ja, tun wir. Immerhin hat sie sich auch kaum verändert. Mit demselben Look wie vor 20 Jahren entspringt "Traumhochzeit"-Moderatorin Linda de Mol der neuesten Show-Konserve ihres Bruders. John de Mol hat diesmal die Zutaten vermischt. Casting-Auftritte und Game-Show wurden zusammengegatscht, durchgeschüttelt und mit Etikett versehen: "The Winner is . . ." hatte am Mittwoch Premiere. Bei so viel Programm wurde auch nicht lang herumgefackelt. Weinende Kinder, gestrandete Stars, eiskalte Mütter - über alle (Alters-)Grenzen hinweg wurde singend um Anerkennung gerungen, die (Leidens-)Geschichten der Kandidaten schnell vorgestellt - vom verbrecherischen Vater bis zur verstorbenen Ehefrau war alles dabei.

Dann die entscheidende Frage: Vertraue ich darauf, dass ich gut war, oder nehme ich die 5000 Euro? Der kleine Jamal hätte darauf vertraut, seine Mutter aber nicht. Sein entsetzter Blick zu ihr änderte nichts daran, dass sie lieber das Geld nahm. Selbst Linda konnte da nichts machen. Vielleicht hat sie sich noch kurz gedacht, was da ihrem Bruder wieder eingefallen war, das könne man mit Kindern doch nicht machen. Vielleicht wollte sie auch für einen kurzen Moment die Show verlassen. Wohl eher nicht. Denn als sie nach Jamals Taschengeld fragte, war’s dann auch wieder vorbei mit der Empathie: "40 Euro im Monat! Mein Sohn ist auch 14, bekommt aber nur 20. Da komm ich mir jetzt knausrig vor." Für Lindas Sohn kann man nur hoffen, dass sein milliardenschwerer Onkel großzügiger ist.