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Kontakte und Vernetzung als Trumpf

Von Wolfgang Tucek

Wirtschaft

Erstklassige Kontakte und Vernetzung untereinander sahen Vertreter der österreichischen Wirtschaftsdelegation als Folgebonus des zu Ende gegangenen Staatsbesuchs von Bundespräsident Heinz Fischer in Indien.


Fischers Visite erzeuge einen "ungeheuren Sog" auf den indischen Markt, ist Michael Heinzlreiter von der AGRU Kunststofftechnik überzeugt. Das Unternehmen versorgt 30 bis 40% des indischen Marktes mit Polyethylenrohren. Künftig werde man gemeinsam mit der seit vier Jahren in Indien reüssierenden Angerlehner Construction Group, die unter anderem auf Installierungen spezialisiert ist, gemeinsam für einige Projekte bewerben. Dies erhöhe die Realisierungschance.

Fischers gute Bekannte

Besonders die engen Bindungen des Bundespräsidenten zu Entscheidungsträgern in Andra Pradesh "haben viel gebracht", sagt Heinzlreiter. Im Rahmen des dort anlaufenden Wassernutzungsprojekts werden 500 Kilometer Kanäle gebaut. "Zehn davon werden wir vorerst abdichten. Wenn das als Referenz durchgeht, weiten wir unsere (seit dem Jahr 2000 bestehende) Produktion in Gujarat aus".

Christian Dobretsberger, der die Indien-Divison von Angerlehner leitet, hat die Reise neue vielversprechende Kontakte gebracht. Mit einem speziellen Konzept der Kanalsanierung sei die Firma weltweit führend. Dabei haben die Kanäle nach der Erneuerung einem größeren Durchmesser als davor, da sie maschinell abgeschliffen werden, bevor die Neuauskleidung erfolgt. Bisher wurden Aufträge im Wert von rund 16 Mio. Euro in Indien lukriert. Erst kürzlich kam der Zuschlag zur Ziehung neuer Kanäle in Karnataka im Wert von etwa 750.000 Euro.

Erster Auftrag in Indien

Zufrieden ist auch Peter Podesser, CEO der EVGroup, die Spitzenpositionen am Weltmarkt bei spezifischen Halbleitern, Mikrosystemen und Nanotechnologie besetzt. Gerade hat die EVG ihr erstes Projekt im Land realisiert, bei dem sie Biosensoren zur Krankheitserkennung dem zentralen Forschungslabor des Wissenschaftsministeriums zuliefern soll. Rund 75 bis 80% aller Airbag-Sensoren weltweit verkauft die EVG. Bosch, General Motors, Ford und japanische Hersteller setzen auf die Technologie aus Österreich. In Indien sei der Markt auf diesen praktischen Gebieten noch wenig entwickelt, im Forschungsbereich herrsche aber Aufbruchstimmung. Verhandlungen über 15 Projekte mit Auftragsvolumen von etwa 500.000 bis 1 Mio. Euro seien im Laufen, die übliche Realisationsrate liege bei rund 20%.

Efkon-Chef Eric Geidl hat Podesser bei der Indien-Reise kennengelernt und erwägt gemeinsame Projekte. Deutschland, Korea, Taiwan und Indien setzen bei ihren Mautsystemen auf die Technologie des Weltmarktführers bei Infrarot-Kommunikation zwischen Fahrzeug und Straße.