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Konzentration und Kundenorientierung

Von Petra Medek

Wirtschaft

Eine weitergehende Konzentration des österreichischen Lebensmitteleinzelhandels auf maximal drei Handelsriesen bis zum Jahr 2010 ist nach Ansicht von Branchenkennern zu erwarten. Das geht aus einer am Mittwoch präsentierten Studie des Consultingunternehmens Accenture hervor.


Denkbar wäre, dass unter diesen dominierenden Unternehmen im Handel in Zukunft auch ein Diskonter sei, erklärte Thomas Huber, Direktor für Retail & Consumer Goods bei Accenture, bei der Präsentation der Studie. Jedenfalls würden sich die Handelsunternehmen der Zukunft durch eine Palette von Vertriebsmöglichkeiten auszeichnen, glauben die befragten Experten.

Im Zuge der Veränderung der Konsumgewohnheiten sei die Flexibilität des Handels gefragt. Der Trend gehe zu Fast-Food, Catering, Take-Away und Snacks. Zwar würden in Europa nach wie vor 50 bis 60% der täglichen Nahrungsmittel im Supermarkt gekauft, allerdings sei die Tendenz rückläufig in Richtung US-amerikanischer Markt, wo bereits 75% der Lebensmittel nicht mehr aus dem Supermarkt stammen, sagte Huber.

Die bevorstehende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, die die Studie auch für die ebenfalls untersuchten Nachbarn Deutschland und Schweiz ortet, bringe Risiken durch die Vereinheitlichung und Globalisierung des Sortimentes mit sich. Dadurch könnten sich jedoch auch Chancen für die hochqualitativen heimischen Produkte, vor allem Bio-Lebensmittel, ergeben, wie Huber betonte. Die Aufgabe des Handels werde es sein, "die Balance zu finden zwischen internatonalen Markenartikeln und lokalen Produkten wie Brot oder Gemüse", so der Experte.

Dass Preisaggressivität im Wettbewerb auch zukünftig eine wesentliche Rolle spielen wird, glauben nur 36% der befragten österreichischen Branchenkenner. Im Vergleich: 73% erwarten bis 2005 Preiskampf in Deutschland, aber nur 9% in der Schweiz. Die verstärkte Präsenz von Eigenmarken und die sinkende Markenartikelloyalität halten 36% der Österreicher für eine wichtige Herausforderung, aber 65% der deutschen sowie die Hälfte der Schweizer Experten.