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Kopfstand für die Schönheit

Von Judith Belfkih

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Das mit der Schönheit ist eine komplizierte Sache. Auf der einen Seite höchst subjektiv, reine Geschmackssache. Aber auch Inhalt eines Idealbildes, das je nach Epoche und Nation variiert. Darüber hinaus ist die nach Schönheit bemessene Attraktivität beliebter Inhalt der Wissenschaft - vor allem das Gesicht. Geometrie haben die Forscher schon lange als ein Kriterium auserspäht. Jüngste Erkenntnis: Menschen finden ein auf dem Kopf stehendes Gesicht deutlich schöner. Je attraktiver das Gesicht, desto weniger profitiert es von der 180-Grad-Drehung.

Für die praktische Steigerung des eigenen Schönheitsmarktwertes ist diese Erkenntnis eine Herausforderung. Wer beherrscht schon einen Kopf- oder Handstand? Und wenn ja, für wie lange? Und wenn beide kopfstehen, hebt sich der Effekt dann für die Umgedrehten auf, die dann nur von außen schön wirken? Zudem schauen alle auf die umgekehrte Person herab. Ob sich so eine Eroberung machen lässt? Der Anwendungsbereich dieser Erkenntnis ist überschaubar. Profitieren könnten Artisten oder Astronauten. Oder man stellt das Handy auf den Kopf beim Videotelefonieren.

Eine andre Gruppe von Wissenschaftern hat sowieso andere Pläne für das menschliche Antlitz: Es soll zum Schlüssel in der digitalen Welt werden. Laut Medienberichten arbeitet Apple an einer alternativen biometrischen Methode zum Entsperren und Bezahlen. Die Technik scheint noch nicht ausgereift. Programme anderer Hersteller ließen sich mit Fotos täuschen. Solange wir nicht kopfstehen müssen, um Handys zu entsperren, noch kein Grund zur Sorge.