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Koramic zur Gänze übernehmen

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Der Kurs der Wienerberger-Aktie steigt kontinuierlich, im Jänner lag er bei 21, zuletzt bei rund 26 Euro. Nun liegt das Geschäftsergebnis 2003 des Ziegelkonzerns vor, das diesen Trend rechtfertigt und die Erwartungen der Analysten übertrifft. Der Gesamtumsatz ist um 10% auf 1,8 Mrd. Euro und das Betriebsergebnis um 25% auf 190,2 Mill. Euro gewachsen.


Sehr gut entwickelten sich das Geschäft mit Dachziegeln. Diese verbesserten das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um fast 13 Mill. auf 23,5 Mill. Euro. Für Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer bestätigt dies die Richtigkeit seiner Strategie das Dach als zweites Kerngeschäft zu entwickeln. Im letzten Jahr hatte Wienerberger 50% des belgischen Dachherstellers Koramic-Roofing übernommen. Die vollständige Übernahme ist in diesem Jahr geplant.

Auch das Geschäft mit den Ziegeln kann sich sehen lassen. In Westeuropa legte dieses Segment beim EBIT um 20,2 Mill. auf 60,9 Mill. Euro zu, und in Zentraleuropa um knapp 16 Mill. auf 79 Mill. Euro. Als extrem schwieriger Markt hat sich Deutschland erwiesen, in Frankreich und den Niederlanden hatte es Wienerberger auch nicht leicht.

Weniger erfolgreich für die Bilanz lief das Geschäft in den USA. Das EBIT sank um 5,2 Mill. auf 26,6 Mill. Euro. Wobei Reithofer einräumt, dass der Verlust allein dem schlechten Verhältnis zwischen Dollar und Euro zu verdanken sei. Tatsächlich stieg der US-Umsatz wurde aber von höheren Energie- und Stillstandkosten aufgefressen. Schwach entwickelte sich Pipelife-Kunststoffrohre. Nur in Nord- und Osteuropa verlief dieser Zweig zufriedenstellend. Für dieses Jahr ist Reithofer leicht optimistisch. Das Wachstum in den USA werde stärker sein als jenes in Westeuropa.

Weiter wachsen will der Ziegelkonzern in Osteuropa, wenn hier durch die Osterweiterung auch "keine großen Sprünge zu erwarten sind". Polen gilt als guter Markt. Das Standbein in Rumänien könnte vergrößert werden. Ein Engagement in Bulgarien und in Russland werde geprüft. Die Türkei gilt bisher nicht als attraktiver Standort, so der Wienerberger-Vorstand gegenüber der "Wiener Zeitung". Dort würden die Arbeiter aus Anatolien extrem billig Ziegel brennen. Damit könnte Wienerberger nicht konkurrieren.