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Kosovaren wollen keinen Vormund

Von WZ Online

Europaarchiv

"Viele Kosovo-Albaner haben den Eindruck, dass die Mission ihre Aufgaben erfüllt hat", erklärte Ban Ki-Moon. Ihre weitere Anwesenheit werde als unerwünschtes Hindernis gesehen, dass dem Wunsch nach einem funktionierenden, unabhängigen Staat entgegenstehe.


Von offizieller Seite des Kosovo wurde in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass die UN Resolution 1244 nicht mehr relevant sei. Die Resolution 1244 des Sicherheitsrates hatte 1999 die UN-Verwaltung im Kosovo eingesetzt. Das es Sicherheitsrat keine Einigung über die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo vom Februar 2008 gibt, bleibt die UN-Mission weiter im Land, ist jedoch zunehmend isoliert.

Vergangenes Jahr wurde ein 6-Punkte-Plan ausgearbeitet, demzufolge die UNMIK die Gebiete der serbischen Minderheit verwaltet, die sich weigern, die kosovarischen Behörden anzuerkennen. Die Albaner hingegen arbeiten mit der EU-Mission EULEX zusammen. Betroffen von dieser Regelung sind rund 120.000 Serben.

Der EU-Beauftragten im Kosovo, Pieter Feith, hat die serbische Volksgruppe aufgefordert, sich am Dezentralisierungsprozess zu beteiligen. Sein Ansinnen wurde allerdings von Serben-Vertretern zurückgewiesen.

Positiv hebt der Report hervor, dass sich die Sicherheitslage wesentlich gebessert habe. Zwischen November und März wurden nur einige Vorfälle aus den Gebieten der serbischen Minderheit gemeldet.

Die UN werden nur ein kleines Kontingent in Mitrovica im Lande belassen, sagte Ban Ki-Moon.

Abzug der Truppen

Auch die 15.500 Mann starke NATO-Schutztruppe KFOR zieht sich sukzessive aus dem Land zurück. Spanien macht den Anfang und will seine 632 Soldaten bis zum Sommer nach Hause holen.´

Hintergrund

Während viele westliche Staaten den Kosovo anerkannt haben, ist eine Anerkennung für Serbien und das Russland nicht vorstellbar. In der EU haben nur Spanien, Rumänien, Griechenland, die Slowakei und Zypern die Anerkennung verweigert.