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Kosovo: Russland fordert neuen Vermittler

Von WZ Online

Europaarchiv

Russland hat im Interesse Serbiens eine Fortsetzung der Kosovo-Verhandlungen "ohne Ultimatum" gefordert. Die Ankündigung des UNO-Vermittlers Martti Ahtisaari, die Gespräche zwischen Serben und Albanern abzubrechen und den Weltsicherheitsrat eine Entscheidung treffen zu lassen, sei verfrüht, sagte der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Igor Iwanow, am Sonntag in Moskau. Ahtisaari müsse abgelöst und durch einen neuen Vermittler ersetzt werden.


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Ahtisaari hatte nach dem Scheitern des Gipfeltreffens in Wien am 10. März angekündigt, den UNO-Sicherheitsrat einzuschalten und dem Gremium bis Ende März seinen Kosovo-Plan vorzulegen. Der frühere russische Außenminister Iwanow machte deutlich, dass die Vetomacht Russland im UNO-Sicherheitsrat gegen Ahtisaaris Kosovo-Plan stimmen würde.

Der Plan Ahtisaaris sieht eine eingeschränkte Selbstständigkeit der fast nur noch von Albanern bewohnten Provinz vor. Die Lage in der Region sei friedlich genug, um die Konfliktparteien direkt miteinander verhandeln zu lassen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Vortag den Vorwurf zurückgewiesen, Russland sei als traditionelle Schutzmacht Serbiens nicht an einer Kompromisslösung interessiert.